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25.10.2011
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Containerschiff im Hafen von Singapur
Containerschiff im Hafen von Singapur
Foto: Getty
Investor-Artikel

Schiffsfonds

In schwerer See

von Patrick Hagen

Schiffsbeteiligungen sind derzeit kaum gefragt. Fondsinsolvenzen halten die Anleger vor Investitionen in die Branche ab. Initatoren fällt es immer schwerer, das nötige Eigenkapital einzuwerben.

Anbieter von Schiffsfonds leiden zurzeit unter der Zurückhaltung von Privatanlegern. Obwohl es nur wenige Angebote für Schiffsbeteiligungen gibt, fällt es Emissionshäusern schwer, das nötige Eigenkapital einzuwerben. So konnte HCI Capital für seinen Schiffsfonds JPO Leo, der Ende September geschlossen wurde, nach Informationen der Financial Times Deutschland das Eigenkapital nicht komplett bei Privatanlegern einwerben. Stattdessen übernahmen externe Dachfonds und die Reedereipartner Oltmann und Döhle einen Teil des Eigenkapitals für das Containerschiff, hieß es bei HCI auf Anfrage.

Auch andere Fondshäuser benötigten externe Investoren, um das Eigenkapital für Schiffsprojekte einzusammeln. Beim Münchner Anbieter Conti beispielsweise entfielen rund 10 Mio. Euro von 170 Mio. Euro Eigenkapital, die das Haus in den Jahren 2010 und 2011 eingesammelt hat, auf diese Drittanleger, teilte Conti mit.

Daran zeigt sich, wie schwach die Nachfrage für geschlossene Schiffsfonds bei Privatanlegern noch immer ist. Und es bedeutet einen Rückschlag für die Emissionshäuser, die gehofft hatten, in diesem Jahr wieder mit Schiffsprojekten im Markt Fuß fassen zu können. Die erneute Zuspitzung auf den Schifffahrtsmärkten und eine Reihe von Fondsinsolvenzen lassen Anleger vor Investitionen in die Branche zurückschrecken.

Die Charterraten, die für die Vermietung von Containerschiffen fällig werden, sind seit dem Sommer stark rückläufig - und nähern sich in einigen Größenklassen bereits den Niedrigständen an, die während des ersten Teils der Krise 2009 gezahlt wurden. So erzielen Schiffe mit Platz für 4000 bis 5000 Standardcontainer zurzeit lediglich rund 8000 Dollar pro Tag, während sie im März dieses Jahres noch etwa 30.000 Dollar je Tag einnehmen konnten.

In Marktkreisen hieß es zudem, HCI habe sich mit der Schließung des Fonds besonders beeilen wollen, um einen unliebsamen Prospektnachtrag zu vermeiden. Dieser wäre nötig geworden, wenn die Einnahmen des Schiffs unter die Prognose im Prospekt gesunken wären. HCI bestritt, dass es darum ging, einen Prospektnachtrag zu vermeiden. Vielmehr hätte man die im Prospekt vorgesehene Ablieferung des Schiffes zum 1. November 2011 sicherstellen wollen, teilte das Unternehmen mit.

Der HCI-Fonds JPO Leo galt wie der Nordcapital-Fonds ER Benedetta in der Branche als Test für die Bereitschaft der Anleger, wieder in Containerschiffe zu investieren.

Nordcapital hat für seinen Fonds, der in einen Riesenfrachter mit Stellplätzen für 13.100 Standardcontainer investiert, zwar bereits mehr als ein Viertel der Anteile eingeworben. Aber seit dem jüngsten Einbruch an den Containerschiffsmärkten läuft der Vertrieb deutlich schleppender. Die Pläne, den Fonds bis zum Jahresende zu schließen, musste Nordcapital bereits aufgeben. Intern rechnet das Unternehmen damit, dass sich die Platzierung noch bis weit ins kommende Jahr ziehen wird.


Was die Leser sagen

immowit
03.11.2011 | 19:21
Schiffsfonds mit mehreren Schiffen

nach der "Pleite" mit den LBB-Immobilienfonds dachte ich, dass die Investition in mehrere unterschiedliche Schiffstypen das Risiko senkt. Leider mussten 2 meiner HCI-Fonds schon ein Schiff verkaufen um die Pleite zu vermeiden oder hinaus zu zögern!?

Goldfreund
25.10.2011 | 15:50
Charterraten

Ich weiss nicht, woher die Zahlen die in dem Artikel erwähnt werden, Sie wirken auf mich etwas übertrieben.
Die Charterraten für die 4-5 Tsd TEU waren im März ca. 28000 Dollar/Tag und aktuell sind es 13000 Dollar (und nicht 30000 und 8000 wie im Artikel genannt).
Quelle: http://www.vhss.de/contex.php

(Kommentare 1-2 von 2)

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