Überschuldung und von Banken fällig gestellte Millionenkredite haben zwei weitere Schiffsfonds mit einem Volumen von 125 Mio. Euro in die Insolvenz gezwungen. Es traf den DS-Rendite-Fonds Nr. 111 von Dr. Peters aus Dortmund und den Containerfrachter Petuja von Navalis Invest in Bremen. Den insgesamt rund 1250 beteiligten Anlegern droht der Totalverlust der Einlagen von 48 Mio. Euro.
Mit dem Dr.-Peters-Fonds fuhren gleich zwei große Rohöltanker auf einmal in die Pleite. Das Fondshaus hatte die Schiffe DS Performer und DS Power 2005 im Doppelpack auf den Markt gebracht. Das Fondsvolumen betrug fast 114 Mio. Euro. Die Anleger steuerten 44,7 Mio. Euro bei, der Rest wurde auf Pump finanziert. Die Einnahmen waren in den ersten fünf Jahren durch eine Festcharter der A.P. Möller-Maersk Group gesichert. Als diese Mitte 2010 endete, erwiesen sich die Zahlen des Prospekts rasch als zu optimistisch. Die Schiffe verdienten statt anvisierter 24.000 am Ende nur magere 5142 Dollar je Tag. Nicht genug für die deutlich über Prospekt liegenden Schiffsbetriebskosten von 9500 Dollar, geschweige denn für Zins und Tilgung.
Im September informierte Dr. Peters die Anleger in einem Schreiben, das der FTD vorliegt, über die Liquiditätsnot und schlug auf einer Gesellschafterversammlung im Oktober ein ungewöhnliches Rettungspaket vor: Die Banken sollten den Teil der Kredite erlassen, den sie bei einem Notverkauf verlieren würden; die Anleger sollten durch Rückzahlung erhaltener Ausschüttungen von gut zehn Prozent und Neukapital 5,3 Mio. Euro Liquidität zuführen. Zur Absicherung wollte Dr. Peters 5 Mio. Dollar vorschießen. Die Banken ließen sich auf den Handel nicht ein; laut Anlegerrundschreiben hatte sich die Commerzbank gesprächsbereit erklärt, die Nordea Bank sperrte sich. Nun droht der Zwangsverkauf der beiden Tanker mit hohen Verlusten für alle Beteiligten: Der erwartete Erlös von 32 Mio. Dollar deckt nur gut die Hälfte der aufgelaufenen Schulden.
Notverkäufe mit hohen Kapitalverlusten
Auf Grund liefen schon etliche Dr.-Peters-Schiffsfonds. Während die meisten der 40 Tanker ohne Stützungsmaßnahmen durch die Krise kamen, mussten von 33 Containerschiffen schon 22 von den Anlegern mit frischer Liquidität vor der Insolvenz bewahrt werden. Mehrfach wurden bei Dr.-Peters-Fonds Ausschüttungen gerichtlich wieder eingetrieben. Bei vier Schiffen verloren Anleger im Rahmen eines Kapitalschnitts 80 Prozent des Altkapitals. Fünf der Frachter mussten notverkauft werden; teils mit Kapitalverlusten von 35 Prozent und mehr.
Beim Schiffsfonds Petuja von Navalis Invest stehen die Anleger vor dem Totalverlust, weil die zweite Sanierungsrunde scheiterte. Der 2005 aufgelegte Fonds mit einem Volumen von 11,2 Mio. Euro musste Insolvenz anmelden. Der Zwangsverkauf des rund 15 Jahre alten 7000-Tonnen-Containerfrachters würde laut Fondshaus nur 3 Mio. Euro bringen. Dem stehen Bankschulden von mehr als 5 Mio. Euro gegenüber. Die Kredite waren seit 2009 nicht mehr vertragsgemäß bedient worden.
Obwohl die Anleger das Investment schon 2010 durch Rückzahlung erhaltener Ausschüttungen vor dem Kentern bewahrt hatten, stand im Juli 2011 die nächste Finanzspritze an. Sie sah eine Kapitalerhöhung von 20 Prozent vor, die Anleger und Initiatoren gemeinsam tragen sollten.
Das Aus kam, als die Banken die Rekonvertierung des Fremdwährungsdarlehens von Schweizer Franken in Euro verlangten. Die Fondsgeschäftsführung sah sich dazu wegen drohender Verluste von weiteren 1,2 Mio. Euro und höheren Zinsen außerstande. Die Banken zogen die Reißleine: Die zur
Commerzbank gehörende Deutsche Schiffsbank und die Volksbank Kehdingen stellten die gesamten Kredite kurzfristig fällig.
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