Kurzläuferfonds haben derzeit ein Problem: Die Papiere liefen in den vergangenen Monaten zu gut. Die Kurse kletterten in die Höhe, deshalb sanken die Renditen. Das ist eine Eigenheit der Anlageklasse. Je höher der Kaufpreis einer Anleihe ist, desto weniger Erträge wirft sie ab. Dazu trug einmal das gesunkene Zinsniveau bei, andererseits auch die wachsende Risikoscheu, die vor allem die Kurse von Anleihen guter Schuldner befeuerte. So liegt etwa die Rendite von Bundesanleihen mit einer Laufzeit von unter drei Jahren derzeit bei weniger als einem Prozent.
In den vergangenen zwei Jahren verhalfen die ansteigenden Kurse den Fonds zu einer ordentlichen Performance. Nun aber stecken die Manager in der Zwickmühle. Halten sie die Papiere bis zur Endfälligkeit, drohen Performance-Einbußen. Denn zum Ende der Laufzeit nähert sich der Kurs einer Anleihe immer dem Nennwert an und liegt nicht mehr darüber, wie es zurzeit meist der Fall ist. Neuinvestitionen würden jedoch ebenfalls die Renditen verwässern.
Viele Portfoliomanager beginnen deshalb, riskantere Papiere beizumischen und damit die Wertentwicklung zu steigern. "Im aktuellen Marktumfeld ist es die Hauptaufgabe eines Rentenfondsmanagers, das Risiko gut zu dosieren", sagt Claus Meyer-Cording, der bei der Deutsche-Bank-Tochter DWS einen Kurzläufer-Rentenfonds verwaltet. Er mischt etwa italienische und irische Staatsanleihen bei, um der Performance seines Fonds auf die Sprünge zu helfen. Meyer-Cording hält das Kreditausfallrisiko indes für überschaubar. "Italien ist recht solide und Irland mit seiner Sanierung auf einem guten Weg."
Der Fondsmanager investiert zudem auch in Unternehmensanleihen und Pfandbriefe. Von spanischen Pfandbriefen erwartet er, dass die Rendite im laufenden Jahr um einen Prozentpunkt höher ausfällt als bei deutschen Papieren. "Das macht sich im niedrigen Zinsumfeld bemerkbar", sagt er. Meyer-Cording will mit den Beimischungen im laufenden Jahr eine Fondsrendite von zwei bis drei Prozent nach Kosten erzielen.
Nicht alle Fondsmanager können allerdings das Risiko hochfahren. Ist ein Fonds strikt konservativ konzipiert und darf etwa nur in kurz laufende Anleihen mit dem bestmöglichen Rating "AAA" investieren, sind die Aussichten für dieses Jahr schlecht. "Man kann dem Investor nicht geben, was es nicht gibt", sagt Hans-Ulrich Mayer, der bei Oppenheim Fonds Trust einen Rentenfonds verwaltet. "Und Staatsanleihen mit Triple-A-Rating und einer Laufzeit von einem bis drei Jahren bringen derzeit einfach eine historisch geringe Rendite." Anleger in solchen Fonds müssen seiner Ansicht nach akzeptieren, dass die Vehikel im derzeitigen Marktumfeld schlecht laufen.






























