Die Schuldenkrise lässt die Anleihemärkte in Europa nicht zur Ruhe kommen. Zum einen sorgen die Diskussionen um den
Euro-Rettungsschirm EFSF sowie wackelnde Länderbonitätsnoten vielerorts für hohe Risikoaufschläge. Zum anderen hat die Flucht vieler Anleger in sichere Anleihen zuletzt deren Kurse in die Höhe getrieben und die Renditen gedrückt.
Der EU-Gipfel am Sonntag dürfte die Märkte heute erneut in Unruhe versetzen. "Mit dem Gipfel ist die Schuldenkrise noch längst nicht ausgestanden", sagt Jens-Oliver Niklasch, Analyst der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Manager von Euro-Staatsanleihefonds haben auf die jüngste Marktentwicklung reagiert und ihre Portfolios umgebaut. Längere Laufzeiten und niedrigere Ausfallrisiken lautet die Devise.
Bundesanleihen gelten als einer der sicheren Häfen und gehören bei Fondsmanagern derzeit zu den beliebteren Papieren. "Hier droht kein Schuldenschnitt, und man bekommt die Papiere auch wieder verkauft", sagt Niklasch. Entsprechend hoch sind die Kurse, entsprechend niedrig die Renditen. Für Bundesanleihen mit einer Restlaufzeit von drei Monaten bekommen Anleger gerade mal 0,5 Prozent. Bei Papieren mit zehn Jahren Restlaufzeit sind es gut zwei Prozent. Bei den Anleihen anderer als sicher geltender europäischer Kernländer sieht es nicht viel anders aus.
Fondsmanager greifen zu länger laufenden Papieren, um Anlegern überhaupt noch etwas bieten zu können - auch wenn rund zwei Prozent Zinsen nicht mal die Inflation ausgleichen; die Teuerungsrate liegt bei 2,6 Prozent. Die Ansprüche von Fondsmanagern wie Investoren seien in den vergangenen Monaten zwangsläufig gesunken, stellt Niklasch fest: "Zwei Prozent hauen niemanden vom Hocker, sind aber besser als gar nichts."
Anleihen mit geringerer Bonität bieten höhere Renditen. Riskante Papiere sind bei den meisten Rentenanlegern zurzeit aber noch unbeliebter als sonst. Für Fondsmanager ist das ein Problem. Selbst die Bonität von Staaten, die bis vor Kurzem als höchst kreditwürdig galten, droht sich zu verschlechtern. So kündigte die Agentur Moody's an, das Toprating Frankreichs zu überprüfen und möglicherweise den Ausblick dafür zu senken. Um Anlegern einen Ausgleich für das eventuell steigende Ausfallrisiko zu bieten, muss das Land jetzt Aufschläge zahlen, um seine Anleihen an den Mann bringen zu können. "Wir sehen täglich neue Spread-Höchststände zwischen deutschen und französischen Staatsanleihen", sagt Uwe Pyde, Portfoliomanager beim Anleihespezialisten Bantleon.






















