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10.02.2011
Agenturen sind für die Eingruppierung von Fonds zuständig
Agenturen sind für die Eingruppierung von Fonds zuständig
Foto: picture alliance/ dpa
Investor-Artikel

Kritik an Ratingagenturen

Manager von Portfolios sind für Gütesiegel

von Karsten Röbisch

Immer mehr Mischfonds würden als vermögensverwaltende Produkte deklariert, obwohl sie eine andere Strategie verfolgten, klagen Vermögensverwalter. Sie fordern klare Kriterien für ihre Fonds.

Der Verband der unabhängigen Vermögensverwalter (VuV) fordert eine feste Definition für vermögensverwaltende Fonds. "Die Fonds sind ein Basisinvestment, gerade für den privaten Investor. Der Anleger muss sich darauf verlassen können, dass diese Fonds auch die gleiche Zielsetzung verfolgen", sagte Günter Schlösser, Vorstandsvorsitzender des VuV.

Unter vermögensverwaltenden Fonds sind Produkte zu verstehen, die in mehrere Anlageklassen investieren. Die Manager orientieren sich jedoch nicht an einem Index, sondern nehmen sich die Freiheit, den Aktien-, Renten- oder Bargeldanteil je nach Markteinschätzung beliebig zu verändern. Dabei setzen sie jedoch klare Grenzen hinsichtlich des maximal tolerierbaren Verlusts.

Schlössers Kritik richtet sich in erster Linie an Ratingagenturen und Analysten, die für die Eingruppierung von Fonds zuständig sind. Der VuV befürchtet, dass immer mehr Mischfonds als vermögensverwaltende Produkte deklariert werden, obwohl sie eine andere Strategie verfolgen. Grund für die Sorge ist die Flut an neuen Fonds, die mit einem variablen Anlagekonzept werben. "Vermögensverwaltende Fonds sind seit zwei Jahren das dominierende Thema im Markt", sagt Sven Hoppenhöft, Direktor bei Hauck & Aufhäuser. Seiner Ansicht nach wird die Entwicklung stark vom Vertrieb gefördert. Während die Berater in der Vergangenheit mehr auf einzelne Anlageklassen gesetzt haben, stehen nach den Erfahrungen der Finanzkrise nun Multi-Asset-Produkte im Vordergrund.

Ihre Unterscheidung ist nicht leicht. VuV-Chef Schlösser formuliert vier Kriterien, die einen vermögensverwaltenden Fonds ausmachen: Sie investieren in mehrere Anlageklassen, sind als Basisinvestment geeignet, streben eine risikoadjustierte Rendite an und werden frei von Interessenkonflikten gemanagt.

Die vom Fondsvermittler MMD Multi Manager erstellte Datenbank umfasst derzeit rund 1050 in Deutschland zugelassene vermögensverwaltende Fonds mit einem Volumen von rund 160 Mrd. Euro. Darunter sind auch die großen Gesellschaften, die mit solchen Produkten an den Markt kommen. Umgekehrt verfolgt nicht jeder Fonds, den ein Vermögensverwalter managt, zugleich ein vermögensverwaltendes Konzept.


Quelle: ftd
© 2011 capital.de

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