Herr Klee, Sie verdienen Ihr Geld mit dem Verkauf von ETFs. Hat ein Anbieter passiver Investmentvehikel in seinem privaten Depot auch aktiv gemanagte Fonds?
Nein, ich habe nur iShares-ETFs im Depot. Zusätzlich besitze ich einige Immobilien. Zum einen finde ich es wichtig, an der Wertentwicklung der eigenen Produkte zu partizipieren - an Verlusten wie an Gewinnen. Zum anderen kann ich alle meine Anlageziele mit ETFs umsetzen. Daher gibt es für mich keinen Grund, in aktive Fonds zu investieren. Das heißt aber nicht, dass es nicht sehr gute aktive Fonds gibt. Mir fehlt nur die Zeit, mich damit zu beschäftigen. Ich setze mich stattdessen mit Märkten auseinander. Wenn ich eine Marktmeinung habe, dann setze ich die durch einen ETF um.
Sie nehmen also in Kauf, dass Sie die Märkte nicht schlagen können.
Ja. Dafür habe ich den Vorteil der Transparenz, der Liquidität und der niedrigen Kosten.
ist seit 2008 Vorstandsvorsitzender des Vermögensverwalters Blackrock Asset Management Deutschland und verantwortet das Europageschäft des ETF-Anbieters iShares. Zuvor leitete der 45-Jährige als Mitglied der Geschäftsführung der Allianz Global Investors Deutschland den Fondsvertrieb in Deutschland und Österreich. Klee startete seine Laufbahn als Rechtsanwalt bei der internationalen Kanzlei Freshfields, bevor er 1998 bei der Allianz die Betreuung institutioneller Kunden verantwortete. 2000 wechselte er zur Allianz-Konzerntochter Pimco in die USA und wurde 2005 in die Geschäftsführung berufen. Dirk Klee hat an den Universitäten Mainz, Dijon und Frankfurt Jura studiert und promovierte an der Universität Mainz zum Dr. jur. mit summa cum laude. Außerdem hat der ambitionierte Finanzexperte einen Master of Laws der London School of Economics and Political Science.
ETFs werden in Deutschland erst seit einigen Jahren vertrieben. Sie haben daher früher bestimmt anders investiert. Was war Ihre allererste Anlage?
Ein Fahrrad.
Hat es eine gute Rendite gebracht?
Ja, das habe ich für meine erste Unternehmung gebraucht. Als ich zehn Jahre alt war, wurde ich Brötchenausfahrer. Und dafür brauchte ich ein stabiles Fahrrad. Ich bin dann jeden Morgen um fünf Uhr aufgestanden und habe vor der Schule Brötchen ausgefahren.
Haben Sie sich diesen Job selbst ausgesucht?
Ich bin damals auf eigene Faust zu einem Bäcker gegangen, bei dem kostete ein Brötchen 20 Pfennig. Dann habe ich in der Nachbarschaft Zettel verteilt und diese für 25 Pfennig inklusive Bringservice angeboten. Dafür habe ich garantiert, dass ich bis spätestens 6.30 Uhr liefere.
Wie waren die Umsätze?
Sehr gut. Ich habe genug Geld verdient, sodass ich meinen Eltern bald sagen konnte, dass ich kein Taschengeld mehr brauche. Ich wusste nicht einmal, was ich mit dem ganzen Geld anfangen sollte, und habe es dann einfach auf ein Sparbuch eingezahlt.





















