13.08.2010
Die schlimmsten Verluste beim Kurssturz haben Absicherungsstrategien verursacht
Die schlimmsten Verluste beim Kurssturz haben Absicherungsstrategien verursacht
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Investor-Artikel

Indexfonds

Studie deckt Risiken bei ETFs auf

Der US-Blitzcrash im Mai traf ETFs überproportional. Investoren, die ihr Geld in börsengehandelten Indexfonds angelegt haben, sollten nach Möglichkeit den Markt meiden, wenn er sich heftig bewegt.

Diese Auffassung vertrat ETF-Anbieter James Ross von State Street Global Advisors bei einer Diskussion am vergangenen Dienstag in New York. Einer Studie der US-Aufsichtsbehörden zufolge stellten ETFs 70 Prozent der Wertpapiere, deren Transaktionen bei dem Kurseinbruch am US-Aktienmarkt am 6. Mai aufgrund übertriebener Verluste annulliert wurden.

Die Verluste dürften durch Kauf- und Verkaufsorders ohne Kurslimit verschlimmert worden sein, erläuterte Ross. Am 6. Mai hatten US-Aktien innerhalb von nicht einmal 20 Minuten rund 862 Mrd. Dollar (662 Mrd. Euro) an Wert verloren. Dutzende von ETFs und Aktien verzeichneten Kurseinbrüche bis zu 99 Prozent. „Orders ohne Kurslimit sind schlecht“, sagte Ross. Sie seien gefährlich, je nachdem, wann sie aufgegeben würden. Investoren sollten Orders immer mit einem Kurslimit versehen, also den niedrigsten akzeptablen Kurs bei einer Verkaufsorder und den höchsten annehmbaren bei einer Kauforder festlegen, erläuterte Ross. Außerdem sollten sie die Funktionsweise von Stop-Loss-Orders verstehen.

Einer Untersuchung der US-Wertpapieraufsicht SEC und der Commodity Futures Trading Commission zufolge haben nicht nur die Kursverluste bei einzelnen Aktien zu den Verlusten der ETFs beigetragen. Zu den schlimmsten Verlusten an dem Tag haben demzufolge Absicherungsstrategien geführt. So könnte beispielsweise ein Händler, der Verluste in einer Reihe von Einzelwerten ausgleichen wolle, einen ETF verkaufen, um sich schneller gegen Kursverluste am breiten Markt abzusichern.

Die Einführung sogenannter Collars (Krägen) bei Orders ohne Kurslimit sei sinnvoll, erklärte Ben Fulton von Invesco Powershares Capital. Unter anderem plant die zur NYSE Euronext gehörende Handelsplattform Arca eine solche Maßnahme, bei der Kauf- und Verkaufsorders nicht zu Kursen ausgeführt werden, die weit von den aktuellen Notierungen der entsprechenden Wertpapiere entfernt sind.

Die Börsen haben außerdem ein Kurssicherungssystem eingerichtet, das den Handel unterbricht, wenn die Aktienkurse sich innerhalb von fünf Minuten um zehn Prozent bewegen. Angewendet wird das System auf die Aktien im S&P 500 und auf die im Russell-1000-Index enthaltenen Werte sowie auf mehr als 300 ETFs. Als Pilotprogramm läuft es bis Dezember.


Quelle: boerseonline
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