Die Holzwirtschaft ist ein schwieriges Geschäft: Forsteigentümer fahren mal hohe Gewinne ein, mal droht der Ruin. Jetzt boomt die Branche gerade. Weil weltweit nachwachsende Brennstoffe gefragt sind, steigen die Preise für Buche, Eiche und Fichte. "Der Markt ist so gut wie seit Jahrzehnten nicht", sagt Bernhard Nätscher, Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft im unterfränkischen Lohr. Bis zu 100 Euro habe 2010 der Festmeter Fichtenstammholz eingebracht, sagt Hans-Martin Lechler, Leiter des Bopfinger Forstreviers im baden-württembergischen Ostalbkreis. "Solche Preise gab es zuletzt vor 23 Jahren."
Die Nachrichten kommen wie gerufen für Emissionshäuser, die mit geschlossenen Waldfonds um Anlegergeld buhlen. Nordcapital aus Hamburg sammelt gerade 29,7 Mio. Euro ein, um Wälder in Rumänien zu erwerben. Das auf US-Investments spezialisierte Kölner Emissionshaus Jamestown will für seinen Waldfonds Timber 2 Zeichnern sogar bis zu 150 Mio. Dollar Eigenkapital entlocken. Das Geld soll in Kieferplantagen im Süden der USA investiert werden.
Bei Nordcapital beträgt die Mindestbeteiligungssumme 15.000 Euro, bei Jamestown sind es 15.000 Dollar, jeweils zuzüglich fünf Prozent Agio. Der Hamburger Initiator stellt seinen Anlegern eine durchschnittliche Jahresrendite von 7,5 Prozent nach Steuern in Rumänien in Aussicht. Trifft das sogenannte Best-Case-Szenario ein, wären es sogar 12,1 Prozent. Ähnlich optimistisch fällt die Prognose von Jamestown aus: Timber-2-Zeichner sollen danach bis 2024 eine durchschnittliche Jahresrendite von bis zu 8,4 Prozent vor Steuern erzielen.
Die Berechnungen basieren auf der Annahme, dass die Holzpreise weiter steigen werden und die Wälder bei der Auflösung der Fonds mit Gewinn verkauft werden können. "Die Vereinten Nationen erwarten bis 2030 einen Anstieg des globalen Holzverbrauchs um rund 30 Prozent", begründet Jamestown-Geschäftsführer Jürgen Gerber die optimistischen Annahmen.






















