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08.09.2010
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Trotz mäßiger Ratings gelten die Unternehmensbonds aus Schwellenländern als sicher
Trotz mäßiger Ratings gelten die Unternehmensbonds aus Schwellenländern als sicher
Foto: Getty
Investor-Artikel

Höhere Rendite

Rentenfonds schwenken zu Unternehmensbonds

von Julia Groth

In der Vergangenheit setzten Rentenfonds mit dem Schwerpunkt Schwellenländer stark auf Staatsanleihen. Folglich stiegen die Kurse, die Rendite schwand. Der neue Trend lautet: Investition in Unternehmensbonds.

Im vergangenen Jahr hatten deutsche Schwellenländer-Rentenfonds noch Abflüsse in Höhe von 138 Mio. Euro hinnehmen müssen. Jetzt sind die Produkte bei Anlegern wieder beliebt. Im ersten Halbjahr 2010 sammelten sie nach Angaben des Branchenverbands BVI rund 1,4 Mrd. Euro Anlegergeld ein und verwalteten damit insgesamt 8,5 Mrd. Euro. Länder wie China oder Indien erscheinen vielen Investoren offenbar stabiler als Griechenland, Spanien oder die USA. Nicht ganz zu Unrecht: Viele dieser sogenannten Emerging Markets kamen besser durch die Krise als die westeuropäischen Staaten oder die USA, sind geringer verschuldet und können ein größeres Wachstum vorweisen.

In der Vergangenheit waren vor allem Rentenfonds aus Schwellenländern beliebt, die auf Staatsanleihen setzen. Doch sie haben zuletzt an Attraktivität eingebüßt, weil das große Anlegerinteresse die Kurse in die Höhe getrieben und damit die Renditen gedrückt hat. Einige Anbieter bevorzugen mit ihren Fonds deshalb jetzt Staatsanleihen, die in Lokalwährungen notiert sind und deshalb zum Teil deutlich höhere Renditen bieten als Anleihen in Euro oder Dollar. Der jüngste Trend sind nun Unternehmensanleihen, ebenfalls wegen der höheren Rendite.

Die britische Fondsgesellschaft Threadneedle etwa widmete kürzlich einen Fonds, der in Staatsanleihen aus Schwellenländern investiert, in einen Unternehmensanleihefonds um. "Der Markt für Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern wird in den nächsten Jahren wachsen und dem Investor einen deutlichen Mehrwert gegenüber Staatsanleihen bieten", begründet Threadneedle-Fondsmanager Richard House diese Entscheidung.

Die Argumente der Anbieter: Erstens bringen Unternehmensanleihen in der Regel höhere Renditen als Staatsanleihen. Das gilt ganz besonders, seit die Kurse der Staatsbonds aus den aufstrebenden Ländern immer weiter steigen. Zweitens gelten die Papiere trotz zum Teil mäßiger Ratings mittlerweile als fast ebenso stabil wie Titel aus Industrienationen, dank der geringen Verschuldung und des starken Wachstums ihrer Heimatländer. Drittens bekommen immer mehr Schwellenländerfirmen bessere Ratings.

Einen ähnlich gelagerten Fonds wie Threadneedle brachte im Juni der Schweizer Anbieter Fisch Asset Management auf den Markt. Der Fisch Bond Value Investment Grade Fund investiert in unterbewertete Schwellenländer-Corporate-Bonds mit Investment-Grade-Rating. Für Anleihen aus Schwellenländern bekomme man im Vergleich zu Papieren aus Industriestaaten eine Risikoprämie von 0,5 Prozent, sagt Fondsmanager Philipp Good. Bei Unternehmensanleihen kämen noch einmal rund 0,8 Prozent hinzu. Bald würden auch viele andere Fondsanbieter auf Unternehmensanleihen setzen, ist Good überzeugt. "Es geht jetzt erst richtig los, die Zahl der Produkte wird steigen."

Davon geht auch Christopher Wolter aus, Analyst bei Feri Eurorating: "Die nächste Welle der Fondsauflegungen steht bei den Schwellenländer-Unternehmensanleihefonds an." Die Argumente der Anbieter für Unternehmensanleihen findet er schlüssig.


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