26.02.2010
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Zugeschnitten: Durch Exchange Traded Funds (ETFs) können Hedgefonds besser ge- und verkauft werden.
Zugeschnitten: Durch Exchange Traded Funds (ETFs) können Hedgefonds besser ge- und verkauft werden.
Foto: Getty
Investor-Artikel

Hedgefonds

ETFs machen die Assetklasse flexibler

von Bernd Mikosch

Allen Enttäuschungen zum Trotz: Anleger sollten Hegdefonds nicht verdammen. Im Schnitt schlugen sie sich besser als Aktien. Neue Produkte versprechen, auch in Krisenzeiten handelbar zu sein.

Solide Erträge in jeder Marktphase - dieses Versprechen konnten Hedge-Fonds in der Finanzkrise nicht einlösen. Zu leiden hatten institutionelle Investoren wie Stiftungsfonds und Pensionskassen, aber auch deutsche Privatanleger, die zumeist über Zertifikate in die vermeintlichen Alleskönner investierten. 2008 sahen sie nicht nur den Wert ihrer Hedge-Fonds schwinden, oft genug blieben sie zudem unfreiwillig auf ihren Investments sitzen - einige Zertifikateanbieter setzten den Handel mit den Papieren während der Finanzkrise schlichtweg aus.

Doch es wäre ein Fehler, die Anlageklasse deshalb zu verdammen - auch für Privatanleger. In der Breite kamen Hedge-Fonds besser durch die Krise als Aktien. Als Beimischung im Depot haben sie geholfen, das Portfolio zu stabilisieren. Außerdem gibt es inzwischen einige Anlageprodukte, die glaubhaft versprechen können, auch in Krisenzeiten liquide zu sein.

Am weitesten wagt sich die Deutsche Bank mit einem börsengehandelten Indexfonds (Exchange-Traded Fund, ETF) vor: "Unser ETF erlaubt zum ersten Mal wirkliche Hedge-Fonds-Investments bei täglicher Liquidität", sagt Thorsten Michalik, der das ETF-Geschäft der Deutschen Bank leitet. Der Fonds hat seit seinem Start vor einem Jahr 900 MillionenEuro eingesammelt, vor allem bei institutionellen Investoren. Der Index basiert auf 38 Hedge-Fonds, die das Frankfurter Institut auf seiner sogenannten Managed-Account-Plattform verwaltet. "Dabei verantworten die Hedge-Fonds-Manager die Strategie, alle Transaktionen laufen aber über Konten der Deutschen Bank", erklärt Michalik. Das Institut habe darum die volle Kontrolle über das investierte Geld.

"Der ETF ist sicherlich ein interessantes Vehikel für Hedge-Fonds-Investments, aber nicht besonders transparent", sagt Andreas Köchling, Fondsanalyst der Ratingagentur Feri. Das liege allerdings nicht am Anbieter, sondern an der Natur der Sache. "Hedge-Fonds sind für Außenstehende einfach schwer zu durchschauen. Außerdem erhöht die Verschachtelung über einen ETF die Komplexität der Gesamtkonstruktion." Ein Rating des Fonds suchen Anleger daher vergebens - nicht nur bei Feri, sondern auch bei Scope. "Ein solches Produkt ist sehr komplex und schwierig zu bewerten", sagt Sasa Perovic, der die Zertifikate- und ETF-Analyse bei Scope leitet. "Der Aufwand für ein profundes Rating stand bislang noch nicht in einem akzeptablen Verhältnis zur Nachfrage unserer Kunden." Bislang hätten kaum Vermögensverwalter angefragt, ob Scope den Fonds unter die Lupe nehmen könnte.

Auch Lyxor bietet seit April 2009 einen Indexfonds an - der sich allerdings nur einmal die Woche kaufen oder verkaufen lässt. "Eine permanente Handelbarkeit steht nicht im Einklang mit den zugrunde liegenden Hedge-Fonds-Strategien", sagt Oliver Stahlkopf, Direktor für Alternative Investments bei Lyxor in Frankfurt. "Wir haben uns daher bewusst dagegen entschieden, den Indexfonds als ETF anzubieten." Die Franzosen verwalten auf ihrer Plattform inzwischen 10,5 Milliarden Dollar in mehr als 110 Fonds. 89 davon fließen in die Indexberechnung ein.

Ins Leben rief die Tochter der Société Générale die Hedge-Fonds-Plattform schon 1998. "Das war eine Reaktion auf den LTCM-Skandal", sagt Stahlkopf. "Wir wollten eine Plattform, die es uns ermöglicht, die Transaktionen der Manager genau nachzuvollziehen, um das Risiko kontrollieren zu können." Auf einer solchen Plattform, versichern die Anbieter, wäre auch ein Fall wie der des Milliardenbetrügers Bernard Madoff unmöglich gewesen.


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