Im Jahr 2008 waren sie noch die Stars der Hedge-Fonds-Branche: Während fast alle anderen Produkte heftige Verluste erlitten und im Schnitt fast 20 Prozent einbüßten, schafften die computerbasierten Strategien der sogenannten Commodity Trading Advisors (CTAs) ein dickes Plus. Die Trendfolgemodelle gewannen rund 14 Prozent, ermittelte der Datenanbieter Barclay Hedge.
Im laufenden Jahr sieht die Sache ganz anders aus: Während diesmal die übrigen Hedge-Fonds-Strategien zweistellige Renditen aufweisen, kommen CTAs gerade mal auf ein mageres Plus von einem Prozent. Und das trotz einiger auf den ersten Blick klaren Trends, wie etwa die im März einsetzende Rally am Aktienmarkt.
Doch viele Bewegungen waren den meisten CTAs, die auf ausgetüftelten Computermodellen für Dutzende Finanzmärkte basieren, nicht eindeutig genug - oder sie haben auf Richtungswechsel zu spät reagiert. "Am Aktienmarkt zum Beispiel war das Problem, dass es viele Wendepunkte gab. Das kostet CTAs Geld", sagt Karsten Schröder, Chef des Fonds Amplitude, der rund 680 Millionen Euro verwaltet. "Jede Seitwärtsbewegung der Kurse und jeder Wendepunkt ist schwierig für CTAs", erklärt er.
Die starken Renditeschwankungen verdeutlichen, dass Trendfolger Risiken bergen. Die Fonds, die insgesamt etwa 159 Milliarden Euro verwalten, werden in Portfolios meist als Beimischung eingesetzt, um in Krisenjahren wie 2008 den Verlust der Gesamtanlagen abzumildern. CTAs, die auch Managed Futures genannt werden, setzen Terminkontrakte ein, um an Dutzenden Finanzmärkten zugleich zu agieren. Aktien, Staatsanleihen verschiedener Länder, mehrere Währungen sowie Öl und Agrarrohstoffe gehören heute zu den Standardanlagen. Besonders wichtig aber sind Aktien, Anleihen sowie Öl. Bei Öl und Anleihen waren die Trends nicht ausgeprägt genug. Aktien haben zwar seit Anfang 2009 deutlich gewonnen, die Kurse schwankten jedoch zeitweise von Woche zu Woche und Tag zu Tag massiv. Der starke Aufwärtstrend seit März wurde zudem im Juni sowie im Oktober jeweils gestoppt.
Einen wesentlichen Wendepunkt haben CTAs, die künftige Marktbewegungen aus bisherigen Kursverläufen ableiten, einfach zu spät mitbekommen: den März. Als Aktien und andere Wertpapiere Anfang 2009 immer weiter im Preis verfielen, hätten CTAs ihre Wetten auf sinkende Kurse ausgebaut, schreiben die Experten des Vermögensverwalters Prime Capital Asset Management. Die starke Kurserholung riskanterer Anlagenklassen habe dann quasi alle Trendfolger auf dem falschen Fuß erwischt.
Großer Vorteil: Liquidität
Die Rückkehr in den Markt wird für viele CTAs dann jedoch ein Problem: Sie warten, bis sich ein neuer klarer Trend zeigt. Deshalb schneiden 2009 CTAs, die auf lange Trends ausgerichtet sind und eher schwerfällig reagieren, besonders schlecht ab. "Nach einem Trendbruch ist es für die meisten Trendfolger schwierig, von der gesamten Entwicklung zu profitieren, da erst bei einer Erholung des Markts zu einem späteren Zeitpunkt der erneute Wiedereinstieg erfolgt", erklärt Caspar von Zitzewitz, Partner des Vermögensverwalters Trend Concept, der einen CTA managt. Auch hätten die enormen Tagesschwankungen Trendfolger dazu gebracht, ihr Engagement von vornherein zu begrenzen. "Je höher die Volatilität der jeweiligen Futuremärkte, desto geringer ist das gehandelte Volumen", sagt von Zitzewitz. Das senke zwar das Risiko, beschneide aber auch die Gewinnchancen.
Einen Pluspunkt boten CTAs aber auch in schwierigen Phasen: Sie sind - anders als etliche andere Hedge-Fonds-Strategien - liquide. Die Experten von Morgan Stanley zählten CTAs schon deshalb zu den Anlageprodukten, die 2010 zu den Favoriten gehören dürften.
Quelle: ftd
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