27.10.2009
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Manche Gesellschaften bieten ETFs ohne Gebühren und Spread an.
Manche Gesellschaften bieten ETFs ohne Gebühren und Spread an.
Foto: Getty
Investor-Artikel

Harte Konkurrenz

Große Preisspanne bei Indexfonds

von David Selbach

Sie sind so beliebt, weil sie als leicht verständlich und günstig gelten. Doch der Wettbewerb unter den ETF-Anbietern zeigt seine Schattenseiten. Mit Kampfkonditionen für Massenware ringen Anbieter um Marktanteile. Bei Nischenprodukten kassieren sie dagegen ab.

Es war wieder einmal ein Coup ganz nach Thorsten Michaliks Geschmack. Als der Chef von DB X-Trackers, einer Tochter der Deutschen Bank, im Juli verkündete, den Indexfonds seines Hauses auf den Euro Stoxx 50 künftig zu null Prozent Gebühren anzubieten, ging ein Raunen durch den Anlegergemeinde. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass Großkunden manche DB X-Trackers-Produkte über den Konzernbereich Global Markets inzwischen sogar ohne Geld-Brief-Spanne bekommen - den sogenannten Spread.

Keine Frage: Die Konkurrenz auf dem Markt für börsengehandelte Indexfonds (Exchange-Traded Funds, ETFs) ist groß, und Konkurrenz lässt bekanntlich die Preise sinken. Doch bis auf null dürfte auch der Wettbewerb Gebühren und Spreads nicht drücken: "Irgendjemand muss es bezahlen", so Jan Altmann, der mit seiner Firma 4assetmanagement Fondsgesellschaften berät. "Derzeit sind es die Investmentbanken, die um Marktanteile kämpfen. Die Null-Spreads bei ETFs sind eine Subvention."

Tatsächlich macht Michaliks Preisoffensive vor allem deutlich, wie sehr sich die ETF-Industrie gewandelt hat. Die Emittenten decken inzwischen die gesamte Wertschöpfungskette ab. Sie legen nicht nur den Fonds auf, sondern bringen die Anteile über die hauseigene Investmentbankingsparte auch gleich selbst an die Börse.

Nur noch ein Marketmaker

Nach dem Urprinzip der Börsenfonds würden eigentlich unabhängige Market-Maker diese Aufgabe übernehmen: Dienstleister, die ETF-Anteile an Anleger verkaufen und für das Geld im Gegenzug die passenden Wertpapiere an der Börse besorgen, die der ETF-Anbieter für den Fonds braucht.

Die Idee: Mehrere Market-Maker konkurrieren miteinander, wetteifern um die effizienteste Versorgung des Zielfonds mit Aktien. Und je kostengünstiger sie das schaffen, desto geringer ist der Spread, die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs. Doch seit 2003 schreibt die Deutsche Börse statt mindestens zwei nur noch einen Market-Maker pro Indexfonds vor. Und viele Anbieter sind dazu übergegangen, das Marketmaking selbst zu übernehmen.

Emittenten bauen Indizes zudem nicht mehr mit einem reinen Wertpapierkorb nach, sondern häufig synthetisch: Ein Swap sorgt dafür, dass der Fonds stets auf dem Stand des Index bleibt. Auch dieser Swap stammt bei DB X-Trackers und anderen Anbietern aus dem eigenen Haus - die Wertpapiere, die der Swap-Partner benötigt, um die Index-Performance zu generieren, besorgt dieser sich wiederum beim hauseigenen Investmentbanking, sprich: beim Market-Maker. "Die Gebührensenkung des ETF auf den Euro Stoxx 50 wäre anders nicht möglich gewesen", so Michalik.


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