Anleger dürfen also nicht davon ausgehen, dass ein Initiator einen Fonds bis zum Laufzeitende begleitet. Das gilt vor allem für neue Anbieter. Fondsmedia zufolge lässt eine mindestens zehnjährige, kontinuierliche Marktpräsenz gemeinsam mit einer soliden Leistungsbilanz auf ein "erhöhtes Maß an Investitionssicherheit" schließen.
"Die Branche leidet nach wie vor unter einer großen Zahl an Emissionshäusern, die mit fragwürdigen Produkten Anlegergelder einsammeln, um dann kurze Zeit später vom Markt zu verschwinden", sagt Torsten Teichert, Vorstandschef des vor 15 Jahren gegründeten Initiators Lloyd Fonds.

Fondsmedia untersuchte, was aus den 148 Emissionshäusern geworden ist, die im Jahr 2001 mit geschlossenen Fonds deutschlandweit rund 9,5 Milliarden Euro eingesammelt hatten. 28 Prozent dieser Anbieter unterhalten heute keinerlei Internetpräsenz und dürfen den Analysten zufolge schon aus diesem Grund als inaktiv gelten. 37 Prozent legen keine Leistungsbilanz vor. Unter den Initiatoren der damals beliebten Windenergiefonds verzichten sogar 70 Prozent auf eine solche Ausarbeitung, aus der hervorgeht, wie sich die Beteiligungsmodelle entwickelt haben. Insgesamt wirbt nur jedes vierte der 2001 aktiven Häuser noch Geld ein.
Sönke Fanslow, Vorstand des 1983 gegründeten Hamburger Initiators Hansa Treuhand, sieht zwei Vorteile bei älteren Anbietern: "Zum einen das erfahrene Personal, zum anderen die etablierte Struktur. Die stellt sicher, dass ein Anleger auch in zehn Jahren noch kompetente Auskünfte zu seinem Fonds erhält, auch wenn das Management in der Zwischenzeit vielleicht gewechselt hat."
Auch wenn ein Anbieter kein neues Geld mehr einwirbt, verwaltet er die bestehenden Fonds in der Regel weiter. Für Anleger besteht dann allerdings die Gefahr, dass er sich beim Management keine sonderliche Mühe mehr gibt. Rutscht ein Initiator in die Pleite, ist der Fonds zwar nicht direkt betroffen, schließlich handelt es sich um eine eigenständige Gesellschaft. Meist muss dann jedoch eine neue Geschäftsführung gesucht werden, was Zeit und Geld kostet.
Dass auch ein etablierter Anbieter ins Schlingern geraten kann, zeigt ausgerechnet der Auftraggeber der Fondsmedia-Studie: Lloyd Fonds. Das Emissionshaus hatte in Boomzeiten zu viele Schiffe bestellt und drohte wegen zahlreicher Platzierungsgarantien zu kollabieren. Im April konnte sich Lloyd Fonds mit den Banken auf eine Enthaftung einigen. Teichert: "Durch die mit unseren finanzierenden Banken geschlossene Vereinbarung haben wir nun beste Voraussetzungen dafür, auch in weiteren 15 Jahren noch für unsere Kunden da zu sein."
Quelle: ftd
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