Vergangene Woche hat der Dax das Niveau von vor der Lehman-Pleite erreicht, seit dem Tief im vergangenen März liegt das Plus bei 70 Prozent. Privatanleger werden vorsichtiger - und interessieren sich zunehmend für wertgesicherte Fonds. Die Investmenthäuser wittern ein gutes Geschäft, die Zahl solcher Fonds ist seit 2003 von 54 auf 288 gestiegen.
So groß das Angebot inzwischen ist, so verschieden sind die Konzepte. Nicht jedes taugt als sicherer Hafen. Dazu zählen Fonds, die nur die Zahlung des Ausgabepreises garantieren - zum Ende der Laufzeit, die bei den Produkten begrenzt ist. Für Anleger, die nicht seit der Emission dabei sind, ist die Garantie wenig wert. "Kaufen sie den Fonds über dem Ausgabekurs, ist die Differenz nicht abgesichert. Deshalb sind die Fonds für regelmäßige Einzahlungen ungeeignet", sagt Alexander Kling vom Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften in Ulm.
Anders bei Produkten mit variabler Absicherung. Als Sicherungsgrenze gilt der höchste jemals erreichte Nettoinventarwert (NAV), der aus Fondsvermögen minus Verbindlichkeiten errechnet wird. Das Konzept taucht in drei Varianten auf: Fonds wie die Flexpension-Produkte von DWS garantieren den NAV in voller Höhe, aber erst zum Ende der Laufzeit. Der Uni Garant Top Europa II läuft unbegrenzt, die Garantieperiode ist jedoch in Fünfjahreszeiträume gegliedert. Daneben gibt es seit einiger Zeit Fonds wie den Assenagon Trend Sektor 80 ohne beschränkte Lebensdauer, die einen einmal erreichten Höchststand faktisch zum nächsten Tag zusichern. Allerdings bieten die Produkte nur einen Teilschutz von 80 bis 90 Prozent des NAV.
"Fonds nutzen dynamische Sicherungsmodelle"
Das Vermögen gliedert sich stets in zwei Teile: das Risikokapital, das die Rendite bringen soll, und das Sicherungskapital, das der Finanzierung der Garantie dient. Fonds mit begrenzter Laufzeit oder festem Garantietermin müssen so viel beiseitelegen, dass sie mit dem risikolosen Zins die Kapitalzusage bis zur Fälligkeit verdienen. Verspricht ein Fonds, in fünf Jahren 100 Euro auszuzahlen, liegt bei einem Zins von zwei Prozent der sogenannte Barwert der Garantie bei 90,57 Euro. Bei Fonds, die täglich eine Teilgarantie des zuletzt erreichten Höchststands anbieten, bemisst sie sich die Höhe des Sicherungskapitals anders: Steht die Höchstmarke etwa bei 100 Euro pro Anteilschein und sagt der Fonds 90 Prozent davon zu, müssen 90 Euro abgesichert werden.
Das Geld fließt aber oft nicht voll in risikolose Anlagen. "Viele Fonds nutzen dynamische Sicherungsmodelle", sagt Kling. Dabei schwankt die Aktienquote permanent, sie kann sogar das eigentliche Risikobudget übersteigen. Hat ein Fonds 20 Prozent des Vermögens für Aktien zur Verfügung und geht der Manager davon aus, dass die Papiere an einem Tag nicht mehr als die Hälfte verlieren, kann er bis zu 40 Prozent des Vermögens investieren. Mit Näherrücken des Laufzeitendes oder der Fälligkeit der Garantie sinkt der Aktienanteil, da der Manager nicht mehr viel aufs Spiel setzt. Fonds mit kurzer Restlebensdauer sind daher uninteressant.






























