Wer sich für den Zustand der internationalen Rentenmärkte interessiert, sollte in diesen Zeiten öfter mal einen Blick auf den Euro-Bund-Future werfen. Dieser Index gibt an, was eine deutsche Staatsanleihe mit genau zehn Jahren Restlaufzeit und sechs Prozent Rendite gerade kosten würde. Solche Anleihen sind im wahren Leben zwar nicht zu haben, aber an den Terminmärkten kann man entsprechende Kontrakte abschließen.
Der Bund-Future, der dabei herauskommt, ist ein exzellenter Gradmesser für den Zustand der Rentenmärkte. Warum? Weil sein Wert anzeigt, wie begehrt deutsche Staatsanleihen - mithin die wahrscheinlich solideste festverzinsliche Anlage, die man derzeit in Europa noch kaufen kann - gerade sind. Tatsächlich hat im Verlauf des vergangenen Jahres ein regelrechter Run auf Bundesanleihen eingesetzt: Der Index stieg fast ununterbrochen, von 120 Punkten im April auf bis zu 140 Punkte. Folge: Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen fielen von über drei auf historische Tiefstwerte von weit unter zwei Prozent.
Was aber haben die weltweit investierenden Rentenfonds, die das Morningstar-Rating zeigt, mit deutschen Staatsschulden zu tun? Nun: Völlig egal, in welcher Weltregion man gerade nach festverzinslichen Anlagemöglichkeiten sucht, an der
Euro-Schuldendebatte kommt man nicht vorbei. Denn solange verunsicherte Investoren aus Angst vor Staatsbankrotten und Bankpleiten ausgerechnet auf deutsche Anleihen ausweichen, selbst wenn diese sich längst nicht mehr rentieren, so lange geraten Schuldtitel anderswo unter Druck. Und das wirbelt die Märkte durcheinander.
Peter Huber etwa, seit weit mehr als einem Jahrzehnt hoch geschätzter und hoch dekorierter Fondsmanager, hat mit seinen Starcapital-Rentenfonds Bondvalue und Argos im Jahr 2011 nichts gewonnen - und das nur, weil er in Ländern wie Norwegen, Mexiko, Südafrika oder Australien investierte, die ihm durch wenig Staatsschulden, gesundes Wachstum oder reiche Rohstoffvorkommen als solidere Anlageorte erschienen waren als das Niedrigzinsland Deutschland. Diese Strategie, gibt Huber zu, erwies sich als falsch - soll sich aber dieses Jahr auszahlen.
Denn der Euro schwächelt inzwischen spürbar gegenüber Währungen jener Länder, die Anleiheprofis wie Huber im Sinn haben. Und das Währungsmanagement zählt angesichts der weltweit sinkenden Zinsniveaus zu den schärfsten Waffen im internationalen Rentenfondsmanagement.
Hier sind die Fonds des aktuellen Ratings ganz unterschiedlich aufgestellt: Während etwa der UBS Rent International zu 85 Prozent im Euro steckt, hat Huber diesen Anteil in seinen Fonds bereits auf 68 Prozent (Argos) beziehungsweise 59 Prozent (Bondvalue) reduziert, im Raiffeisen-Global-Rent stecken sogar nur noch 27 Prozent Euro-Anleihen.
Eine Alternative hat der Pro Fonds Inter-Bond der Zürcher Boutique PMG Fonds gefunden: Er hält momentan zwar 77 Prozent des Kapital in Euro-Anleihen, kauft aber keine mickrig verzinsten Staatstitel, sondern vor allem Unternehmensanleihen, die auskömmliche Risikoaufschläge bieten. Der Fonds notiert allerdings in Schweizer Franken, birgt aus Sicht von Euro-Anlegern also potenziell ein zusätzliches Währungsrisiko.
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