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19.12.2011

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Investor-Artikel

Fondsrating

Parkplätze für den Greenback

von Olaf Wittrock

Anleihespekulationen sind in den USA derzeit noch schwieriger als in Europa. Während in Europa Panik und Fluchtreflexe Zinsen und Kurse durcheinanderwirbeln, mischt jenseits des Atlantiks auch noch die Notenbank kräftig mit.

400 Mrd. Dollar will die Fed bis Mitte 2012 in lang laufende Anleihen stecken und dazu im selben Umfang Kurzläufer verkaufen. Die Operation Twist folgt auf das Quantitative Easing 2, bei dem es bereits um den Ankauf lang laufender Staatsanleihen im Wert von 600 Mrd. Dollar ging. So sorgt der Staat innerhalb weniger Monate für künstliche Nachfrage nach Langläufern im Wert von 1000 Mrd. Dollar - das entspricht fast einem Drittel der jährlichen Wirtschaftsleistung Deutschlands.

Das Kalkül der Notenbanker: mit dieser gewaltigen Geldsumme die Kreditzinsen tief halten und so die Wirtschaft des Landes ankurbeln. Mithilfe des Twistes, also der Umschichtung des Fed-Anleiheportfolios, soll die Rendite länger laufender Anleihen gesenkt werden. Die Kurse kürzer laufender Papiere sinken durch den Massenverkauf zwar, was deren Renditen leicht erhöht. Das wiederum braucht aber niemanden zu sorgen: Denn parallel dazu hat die Fed den Leitzins auf null gesenkt, sodass kurzfristiges Geld ohnehin kaum etwas kostet.

Für Investoren heißt das zusammengefasst: Anleihespekulationen rentieren sich derzeit nicht. Das aktuelle Morningstar-Rating der Fonds, die vorwiegend in kurz laufende US-Anleihen investieren, fällt entsprechend ernüchternd aus. Die Fonds haben in diesem Jahr so gut wie nichts verdient, manche stehen sogar leicht im Minus. Und selbst auf Drei-Jahres-Sicht reichte die US-Anleiherendite nicht zu viel mehr als zum Inflationsausgleich. Die Fonds, die höhere Erträge vermeldeten, profitierten in der Tendenz von der Beimischung anderer Anleihen, etwa aus Europa. So finden sich im Walser-Fonds bis zu 30 Prozent Anleihen etwa aus der Schweiz, Deutschland und Polen, aber auch Papiere aus Australien, Kanada und Neuseeland sind darunter. Auch der Janus-Fonds hält derzeit 15 Prozent Anleihen außerhalb der USA.

Selbst in guten Zeiten sind Fonds dieser Kategorie übrigens nicht viel mehr als Geldmarktparkplätze für Anleger, die US-Dollar verwahren wollen. Aus Euro-Sicht hängt der Ertrag dagegen überwiegend von Währungsschwankungen ab - eine Spekulation darauf ist wenig sinnvoll.


© 2011 ftd.de

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