Kleine Softwarefirmen, Telekommunikationsdienstleister, Händler und kaum bekannte Industrieunternehmen, die sich über die Börse finanzieren, kümmern sich wenig um Konjunkturprognosen, Zinsentwicklungen und Staatsschulden - sie haben als Marktführer in Nischenmärkten oft ihre eigene Konjunktur.
Fluch und Segen der Nebenwerteanlage belegt das aktuelle Morningstar-Rating eindrucksvoll. Die Schwankungen niedrig kapitalisierter Aktien (Small Caps) sind im Schnitt deutlich höher als die der mittelgroßen
MDAX-Titel oder der
DAX-Standardwerte. Die beiden führenden Fonds reduzieren die Schwankungen mit einem Trick: Sie sind nicht voll investiert, sondern halten je nach Marktlage hohe Barpositionen. Das gilt für den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, der Dividendenerträge für gute Zwecke erwirtschaften soll, ebenso wie für den Squad Capital Value, von dem derzeit nur eine B-Tranche zu kaufen ist.
Wie sehr man als Nebenwertemanager falsch oder richtig liegen kann, zeigt auch ein Blick in die höchst unterschiedliche Performance der Top-Fonds. So konnte der Stiftungsfonds dieses Jahr um mehr als 19 Prozent zulegen und im vergangenen Jahr um 28,5 Prozent. Der Unideutschland XS von Union Investment brach in diesem Jahr um 19 Prozent ein - hatte dafür aber 2010 um über 50 Prozent zugelegt. Momentan dominieren hier wie in fast allen andere Portfolios oft hoch spezialisierte Industrieunternehmen wie
Klöckner,
Dialog Semiconductor,
Deutz,
Kuka oder
Jungheinrich. Überwiegend konnten sie der schwächelnden Konjunktur bislang trotzen und erwirtschaften zudem teils hohe Dividenden, die auch kleinere Kursverluste vergessen machen.
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