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02.01.2012
Investor-Artikel

Fondsrating

Manager beten gen Osten

von Olaf Wittrock

Die Angst vor Staatspleiten schlägt sich in den Euro-Rentenfonds des aktuellen Morningstar-Ratings nieder. Anleger spekulieren daher lieber mit anderen Währungen sowie mit Anleihen aus osteuropäischen Ländern, die derzeit besonders gefragt sind.

Auch über die Weihnachtstage kamen die europäischen Rentenmärkte nicht zur Ruhe. Im Gegenteil: Italien hat immer größere Schwierigkeiten, ohne Hilfe der Europäischen Zentralbank Käufer für seine Schuldtitel zu finden. Die Dänen vermeldeten zuletzt sogar einen negativen Anleihezins - hier zahlen Anleger freiwillig drauf, nur um ihr Geld einigermaßen sicher verwahrt zu wissen. Die Renditeschere zwischen Staaten, die noch als sichere Häfen gelten, und Krisenkandidaten wie Italien oder Griechenland geht immer weiter auseinander. Zugleich parken Banken so viel Geld bei der Zentralbank wie nie zuvor.

Die Angst vor Staatspleiten und Euro-Crash schlägt sich auch in den Euro-Rentenfonds des aktuellen Morningstar-Ratings nieder. Zwar kann sich die Drei-Jahres-Bilanz der besten Fonds dieser Kategorie mit jährlichen Wertzuwächsen zwischen 3,9 und 9,4 Prozent sehen lassen. Aber schon 2011 lief es nicht mehr bei allen Fonds rund, die meisten schafften es nicht einmal, den breiten Markt für europäische Anleihen zu schlagen, dessen Wertverlauf der Vergleichsindex von Bank of America Merrill Lynch nachzeichnet. Enthalten sind darin nicht nur Staats-, sondern auch Unternehmensanleihen, und zudem nicht nur Euro-Schuldtitel, sondern auch solche in britischem Pfund sowie in den Währungen Nord- und Osteuropas.

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Spekulationen mit anderen Währungen sowie mit Anleihen aus den aufstrebenden Staaten im Osten Europas sind auch die beiden Rezepte, mit denen die Manager im kommenden Jahr der Tatsache begegnen wollen, dass im Euro-Raum kaum noch Anleihen zu finden sind, die sich - gemessen am Ausfall- und Schwankungsrisiko - rentieren. So hält der Deka-Europabond TF nur noch 40 Prozent des Geldes im Euro-Raum, hat dafür unter anderem größere Positionen in polnischen Zloty sowie schwedischen und dänischen Kronen.

 

Auch der Europa Rentenfonds der österreichischen Volksbanken ist bei nur noch 55 Prozent Euro-Anlagen angekommen, der Invesco European Bond Fund bei 57 Prozent. Den Euro-Staaten treu verbunden blieb bislang einzig der Fidelity Moneybuilder European - was 2011 zu einem unterdurchschnittlichen Jahr machte. Dem DWS Eurorenta erging es zuletzt ähnlich schlecht: Fast ein Drittel des Vermögens liegt in deutschen Schuldtiteln. Damit war in diesem Jahr nur wenig zu gewinnen.

 


© 2012 ftd.de

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