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06.02.2012

Foto: Getty
Investor-Artikel

Fondsrating

Kapitalerhalt und Extrakick

von Olaf Wittrock

Mit dem richtigen Mix von Anleihen und Aktien versuchen Fondsmanager, das Geld der Anleger stetig zu mehren. Ihre Strategien unterscheiden sich stark.

Man nehme festverzinsliche Wertpapiere, mische ein paar Aktien dazu - fertig ist der defensive Mischfonds. Anleihen sorgen für Zinserträge und geringe Schwankungen, Aktien peppen die Rendite auf. "Vergleichsweise stetiger Vermögensaufbau bei geringem Risiko", heißt das entsprechende Ziel etwa beim Fonds RAM Konservativ, und mit diesem Anspruch dürften wohl alle Manager der Kategorie des aktuellen Morningstar-Ratings leben können. Der genannte Fonds schaffte es in den vergangenen drei Jahren tatsächlich, Wertverluste beinahe vollständig zu vermeiden. Zugleich gelang im Durchschnitt eine Rendite von 9,9 Prozent pro Jahr. Eine reine Rentenanlage hätte, gemessen am breiten europäischen Anleiheindex Barcap Pan Euro Aggregate, lediglich 6,5 Prozent je Jahr eingebracht.

Anleger waren in den vergangenen drei Jahren mit defensiven Topmischfonds gut bedient. Dabei unterscheiden sich die Ansätze der Manager erheblich. Hinter dem RAM-Fonds, den DWS vertreibt und den das österreichische Unternehmen C-Quadrat managt, steckt ein Dachfonds, der zu rund 75 Prozent in überwiegend europäischen Rentenfonds investiert ist und nicht mal zehn Prozent in Aktienfonds hält. Wie die Anleihemischung im Detail aussieht, weiß der Kunde hier nicht. Das ist bei den übrigen Fonds anders. Ein Blick in die Bücher zeigt erhebliche Unterschiede in der Marktmeinung, die erklären, warum die Fonds bei den Kennziffern zu Rendite und Schwankungsrisiko deutlicher voneinander abweichen, als man es bei der Geldanlage auf Basis festverzinslicher Papiere annimmt.

Da ist eine Gruppe von Managern, die derzeit extrem stark auf Hochzinsanleihen setzen; auf Papiere von Firmen, deren Ratings nicht die Investmentgrade-Note "BBB-" erreichen. Der in den vergangenen drei Jahren erfolgreichste Fonds von Invesco ist zu 55 Prozent in solchen hochspekulativen Anleihen investiert, Aktien spielen derzeit so gut wie keine Rolle. Auch der Aramea-Fonds, der von einem Hamburger Managerteam gesteuert wird, das sich nach der Übernahme der Fondsgesellschaft Nordinvest durch Pioneer vor fünf Jahren zusammenfand, setzt ganz auf hochspekulative europäische Anleihen. Fast 40 Prozent sind nicht im Investmentgrade angelegt. Sogar drei Viertel des Kapitals liegen in Nachranganleihen, die im Fall einer Firmenpleite fast immer leer ausgehen, da sie erst bedient werden, wenn vorrangige Gläubiger ihr Geld bekommen haben. Der JPM Global Income hat 44 Prozent des verwalteten Vermögens in Hochzinsanleihen angelegt. Er unterscheidet sich von den beiden anderen Fonds allerdings in zwei Punkten: Erstens legt er das Geld nicht nur in Europa, sondern weltweit an, überwiegend in den Vereinigten Staaten; zweitens hat er 30 Prozent Aktien beigemischt.

Das erinnert an die Strategie einer anderen Gruppe defensiver Mischfonds, die ebenfalls mehrfach in den Top Ten vertreten ist: Fonds wie der Kapital Plus von Allianz Global Investors oder der 4Q-Income-Fonds kaufen vorwiegend oder ausschließlich Anleihen mit Investmentgrade. Die Allianz setzt gar überwiegend auf die kaum noch rentierlichen Staatsanleihen Kerneuropas. Dafür spekuliert man mit höheren Aktienanteilen, bei der Allianz bis zu 40 Prozent, bei 4Q bis zu 25 Prozent.


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