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17.05.2011
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Foto: FTD

Fondsmanagement

Vermögensverwalter fordern neue Fonds-Definition

von Karsten Röbisch

Die Interessenvertreter freier Portfoliomanager haben sich zusammengetan, um festzulegen, was vermögensverwaltende Fonds eigentlich sind - im Interesse der Anleger, aber auch aus Eigennutz.

Der Verband unabhängiger Vermögensverwalter (VuV) ist den Kinderschuhen längst entwachsen. 1997 gegründet, gehören der Interessensvertretung bankenunabhängiger Portfoliomanager inzwischen 207 Mitglieder an, die zusammen mehr als 60 Mrd. Euro unter ihrer Kontrolle haben.

Angesichts dessen mutet es befremdlich an, was in der Branche gerade passiert. Da sitzen die Herren des VuV mit Vertretern von Vermögensverwaltern, Vertriebsgesellschaften und Ratingagenturen zusammen und erörtern, was vermögensverwaltende Fonds eigentlich sind. Eine merkwürdige Debatte, denn streng genommen ist jeder Fonds, der Gelder von Investoren anlegt, vermögensverwaltend. Doch diese simple Klassifizierung wird dem Selbstverständnis der Branche nicht gerecht.

Vermögensverwalter sehen sich nicht als schnöde Geldverwalter, die sich ins Korsett strenger Anlagekriterien zwängen lassen, wie es bei klassischen Fonds oft der Fall ist. Sie verstehen sich als Könige der Portfolioverwaltung, die sich große Freiheiten gewähren, keinem Vergleichsindex anhängen und beliebig zwischen Aktien, Renten, Rohstoffen und Geldmarkt hin und her schichten. Die ihren Kunden keine Fonds von der Stange versprechen, sondern ein maßgeschneidertes Anlagekonzept, das darauf ausgelegt ist, das Geld langfristig zu vermehren.

"Wir machen das, um den Endverbrauchern zu helfen"

"Der Begriff vermögensverwaltend soll es Anlegern erleichtern, ein geeignetes Basisinvestment zu finden", sagt VuV-Vorstandschef Günter Schlösser. Viele Anleger haben in der Finanzkrise mit Fonds, deren Anlagekriterien nur wenig Spielraum boten, hohe Verluste erlitten. Sie suchten nun nach Produkten, deren Renditen wenig schwanken und die das Kapital langfristig erhalten, sagt Schlösser: "Wir machen die Initiative in erster Linie, um den Endverbrauchern zu helfen, und nicht, um eine neue Produktklasse zu etablieren." Als Abgrenzung sei dies nicht zu verstehen.

Doch auch darum dürfte es gehen. Die Branche sieht ihre Exklusivität gefährdet, seitdem große Fondshäuser mit variablen Anlagekonzepten in den Markt drängen. Das hat viele Gründe: Verkaufserfolge wie die der französischen Investmentboutique Carmignac Gestion graben den Großen Marktanteile ab und zwingen sie zum Handeln. Zugleich haben sie begriffen, dass Anleger breit gestreuten Produkten länger die Treue halten. Das stabilisiert das verwaltete Vermögen und die Provisionen. Zudem erwächst mit Indexprodukten eine Konkurrenz, der viele gemanagte Fonds nicht gewachsen sind. Mit flexiblen Fonds, die keinem Index anhängen, lassen sich schwache Renditen besser kaschieren.

Und so tummeln sich bereits viele Produkte auf dem Markt, die in mehrere Anlageklassen investieren. Laut Fondsverband BVI hat sich allein die Zahl der Mischfonds seit Anfang 2007 auf 1600 verdoppelt. Hinzu kommen etliche Lebenszyklus- und Wertgarantiefonds. In all den Kategorien erfasst der BVI Produkte, die mehr als eine Anlageklasse nutzen. Dem VuV ist die Einteilung zu grob. "Mischfonds sind oft abgewandelte Aktien- oder Rentenfonds", sagt Schlösser.


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