04.03.2010
Sparen auf Raten: Wegen der Gebühren lohnen sich meist größere Order.
Sparen auf Raten: Wegen der Gebühren lohnen sich meist größere Order.
Foto: Getty

ETFs

Indexfonds erobern Sparpläne

von Brigitte Watermann und Bernd Mikosch

Anleger, die regelmäßig mit Indexfonds sparen wollen, erhalten immer mehr Auswahl. So hat die DAB Bank ihr Angebot an ETF-Sparplänen vor wenigen Tagen nahezu verdoppelt. Manche Neuerung entpuppt sich jedoch als Marketinggag.

Ab sofort können Kunden aus 101 Exchange-Traded Funds (ETFs) auswählen. So viele verschiedene ETF-Sparpläne bietet derzeit kein anderer Broker am deutschen Markt an. Dicht auf den Fersen folgt der Münchner Direktbank allerdings die Comdirect Bank, die 80 solcher Sparpläne im Programm hat. ETFs in nennenswerter Anzahl als Sparplan gibt es außerdem bei Cortal Consors, dem Sparkassen-Broker und Maxblue. Die Commerzbank bietet sie über ihre Fondsbank-Tochter Ebase an. Nur ein sehr schmales Angebot offerieren ING-Diba und Augsburger Aktienbank.

Indexfonds eignen sich dank ihrer geringen Kosten gut für den langfristigen Vermögensaufbau. Zahlreiche Studien belegen, dass Fondsmanager ihren Vergleichsindex auf lange Sicht ohnehin nicht schlagen - daher sind Indexinvestments so beliebt. ETFs verzichten auf aktives Management, was Gebühren spart: So kommt der Dax-ETF von Comstage mit 0,12 Prozent Verwaltungsvergütung im Jahr aus, aktiv verwaltete Fonds kosten meist mehr als das Zehnfache.

Wer sich für einen Sparplan interessiert, muss allerdings wissen, dass die Gebührenmodelle der Banken die Kostenvorteile für Sparer oft wieder aufzehren. ETFs werden an der Börse gehandelt. Statt des Ausgabeaufschlags, der sonst meist fünf Prozent ausmacht, fallen Ordergebühren an - und die sind alles andere als zu vernachlässigen.

Wer zum Beispiel über Comdirect 25 Euro im Monat in einen ETF spart, zahlt pro Transaktion 2,60 Euro - das sind stolze 10,4 Prozent. Ein ETF-Investment wäre damit deutlich teurer als jede normale Fondsorder, zumal viele aktiv gemanagte Fonds bei Comdirect mit reduziertem Ausgabeaufschlag zu bekommen sind. Daher gilt: Lieber quartalsweise größere Raten sparen. Am günstigsten bei kleinen Sparraten ist Cortal Consors - dort fallen pauschal zwei Prozent je Order an.

Mehrwert für Anleger fraglich

Ganz ohne Gebühren geht es nicht, schließlich erhalten die Onlinebroker von den ETF-Anbietern in aller Regel keine Rückvergütung. Bei aktiv verwalteten Fonds sorgen diese Kickbacks dafür, dass die Direktbanken mit den Produkten ordentlich Geld verdienen, selbst wenn sie auf ein Agio verzichten.

Nur auf den ersten Blick kostenlos ist das Angebot der ING-Diba, die einen Sparplan auf einen ETF-Dachfonds von Veritas anbietet. Ordergebühren fallen nicht an, doch der Fonds verlangt für einen ETF üppige 0,89 Prozent Gebühren im Jahr. Davon fließen 0,46 Prozentpunkte an die ING-Diba.

Eine große ETF-Auswahl mag für die Direktbanken aus Marketingsicht Sinn ergeben, der Mehrwert für die Anleger ist ab einem gewissen Punkt allerdings fraglich. So lassen sich bei der DAB Bank monatlich 50 Euro in einen Rohstoffindex sparen, der die Preisentwicklung am Markt für Agrargüter und Viehwirtschaft abbildet. Für den Vermögensaufbau wäre diese Alternative sicherlich verzichtbar gewesen.

ETF-Sparpläne im Konditionenvergleich

Anbieter

Anzahl ETF-Sparpläne

Gebühren

Mindestrate

DAB Bank

101

2,50 € + 0,25 %*

50 €

Maxblue

90

2,50 € + 0,40 %*

50 €

Comdirect

87

2,50 € + 0,40 %*

25 €

Sparkassenbroker

54

2,50 %*

50 €

Cortal Consors

48

2,00 %*

25 €

*) vom Ordervolumen; Quelle: eigene Umfrage unter Onlinebrokern


Quelle: ftd.de
© 2010 capital.de

Schreiben Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel


Ihre Meinung

Ihr Name
Ihre Email-Adresse (wird nicht veröffentl.)
Betreff
Ihr Kommentar



 
Capital - Suche
 
Marktinformationen
DAX Tops Diff %
Metro
E.ON N
Allianz N
Flops
Infineon T
MAN
SAP
DAX 6.271,22 -0,60%
TecDAX 742,49 -1,63%
EUR/US 1,2787 +0,07%
GOLD 1.597,88 +0,36%
Quelle: Smarthouse Media, SIX Telekurs
Alle Zinsen auf einen Blick
Wo Sie günstig finanzieren können und welche Anbieter Sparern die höchsten Renditen bieten.
ProduktMittel-
wert
Spanne
Baugeld (10 Jahre fest)2,80%2,53-4,90%
Tagesgeld (5.000 Euro)1,44%0,17-3,00%
Festgeld (12 Monate)1,51%0,50-3,00%
Sparbriefe (4 Jahre)1,66%0,45-3,25%
Girokonto (Dispo)11,03%5,50-13,81%
Ratenkredite (36 Monate)6,82%4,33-11,99%
Quelle: FMH-Finanzberatung
Wohn- und Ferienimmobilien-Kompass
Aktualisierte Fassung 2012
PartnerangebotImmobilien suchen in ...
Wohnquartier Report
Suche

Professionelle Bewertung der Wohnumgebung von Immobilien.

PLZ
Ort
Straße, Nr.