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23.03.2011
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Privatanleger sollten die Produkte vergleichen
Privatanleger sollten die Produkte vergleichen
Foto: FTD.de/Christina Bretschneider
Investor-Artikel

ETF-Dachfonds

Individualität hat ihren Preis

von Julia Groth

Immer mehr Vermögensverwalter und Dachfonds setzen passiv gemanagte Indexfonds ein und senken so die Kosten für ihre Kunden. Anleger sollten aber Vor- und Nachteile genau prüfen.

Mit der Zahl der börsengehandelten Indexfonds wächst auch die Zahl der Produkte, die ihrerseits die Exchange-Traded Funds (ETFs) einsetzen. Investmenthäuser und Vermögensverwalter bringen immer mehr vermögensverwaltende Produkte auf den Markt, die ausschließlich oder zum Großteil in ETFs investieren.

Zuletzt legten etwa die Postbank, die HypoVereinsbank und das Multi-Manager-Haus Wallberg Invest neue ETF-Dachfonds auf. Zum Teil richten sich die Fonds speziell an Stiftungen und Kommunen, aber auch Privatanleger können Anteile kaufen.

Die Zahl der Vermögensverwalter, die ETFs einsetzen, steigt ebenso. Für die zweite Jahreshälfte hat die Fürst Fugger Privatbank eine Vermögensverwaltung angekündigt, die ausschließlich in ETFs auf unterschiedliche Anlageklassen und Investmentstrategien investieren soll. Das Produkt war bereits für Ende 2010 angekündigt gewesen, aber aus internen Gründen um ein Jahr verschoben worden. "Wir sind am Thema ETFs dran", sagt Geschäftsführer Harald Fuchs.

Indexfonds machen vermögensverwaltende Produkte durch ihre niedrigen Kosten günstiger und damit für Privatanleger attraktiver. Die großen Unterschiede zwischen einer klassischen Vermögensverwaltung und einem Dachfonds können allerdings auch ETFs nicht ganz beseitigen. Privatanleger, die ihr Geld einem Vermögensverwalter überantworten möchten, sollten deshalb Vor- und Nachteile der beiden Produktarten gegeneinander abwägen.

Hauptunterschied: Bei einer klassischen Vermögensverwaltung kümmert sich der Verwalter um ein speziell auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnittenes Depot. Ändert sich die finanzielle Situation des Kunden oder die Marktlage, reagiert der Vermögensverwalter sofort und schichtet das Depot um. Ein Dachfonds dagegen investiert in einzelne sogenannte Zielfonds. Und jeder, der ihn kauft, bekommt dasselbe. "Dachfonds sind weniger individualisiert und flexibel", erklärt Alexander Seibold, Geschäftsführer von Dr. Seibold Capital in Gmund am Tegernsee, der sowohl bei der Vermögensverwaltung als auch bei seinen Dachfonds vor allem ETFs einsetzt.

Individualität ist teuer. Zwar können Anbieter wie Seibold die Kosten für eine Vermögensverwaltung durch den Einsatz von ETFs senken, zumal, seit sie mit den Fonds sogar in exotische Länder und Branchen investieren können. Eine individuelle Vermögensverwaltung mit ETFs ist aber trotzdem nicht für jedermann erschwinglich. Denn Banken erheben für jede Transaktion eine Gebühr. Egal, ob aktiv gemanagte Fonds oder günstigere Indexfonds ge- oder verkauft werden: die Mindestgebühr ist dieselbe. Das Produkt ist deshalb erst ab einer hohen Mindestanlagesumme für Anleger rentabel. Vermögensverwaltungskunden sollten wenigstens 200.000 Euro mitbringen, sagt Seibold. Besser noch eine halbe Million. "Je kleiner das Budget ist, desto standardisierter und damit günstiger sollte das Vermögensverwaltungsprodukt sein", sagt er.


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