"In wenig volatilen Märkten sind Anleger mit passiven Investments vielleicht noch ganz gut bedient"
Nein, Indexfonds (ETF's) sind immer die bessere Wahl. Alle empirischen Untersuchungen zeigen, dass langfristig (>3Jahre) die aktiven gemanagten Fonds den Vergleichsindex in der Masse nicht schlagen.
Die letzten 15 Jahre seit 1995 trotz den beiden Crashs 2000-2003 und 2008-2009 brachten beim DAX jährlich 7,0% und mit Trendfolge 12,1 % pro Jahr, da muss man bei gemanagten Fonds sehr sehr lange suchen.
Der gebürtige Hanseat Jens Ehrhardt ist irritiert. Monate nach der Lehman- Pleite strömen die Besucher des Mannheimer Fondskongresses in Scharen in den Vortragssaal 10. Sie lassen sich sogar auf dem Boden nieder, um seinen Ausführungen zu lauschen. Vor allem Profis sind es, die den Krisen-Messias sehen wollen. "Dass meine Analyse so viel Beachtung findet, hat mich überrascht", sagt der promovierte Betriebswirt.
Fondsanalysten wundert es nicht. Denn Ehrhardt hat über mehrere Jahrzehnte eine gute Nase als aktiver Portfoliomanager bewiesen. Schon 2007 warnte er vor der US-Immobilienblase - und hat riskante Positionen abgebaut. Zwar hat auch er die Bärenmärkte nicht ganz ohne Verluste überstanden, doch unter dem Strich liegen die Fonds von DJE Kapital gut im Rennen - wie auch die Produkte einiger anderer Manager. Wir haben je fünf Top-Fonds für Aktien weltweit, Europa und Schwellenländer sowie ausgezeichnete Misch- und Rentenfonds zusammengestellt.
Die Produkte überzeugen uns durch ihre Performance und haben bei der Ratingagentur Morningstar mindestens vier Sterne. Managementqualität zahlt sich aus. In den fünf Jahren Bullenmarkt, Start im März 2003, wurde aktives Management oft in erster Linie als Kostenfaktor gesehen.
Günstige ETFs erlebten daraufhin einen Boom. "In wenig vola tilen Märkten sind Anleger mit passiven Investments vielleicht noch ganz gut bedient", sagt Dennis Nacken, Kapitalmarktanalyst bei Allianz Global Investors. Für Wackelmärkte gilt das nicht. "Je höher die Volatilität, desto wichtiger wird ak tives Management, weil Ineffizienzen ausgenutzt werden können." Das zeigen die jüngsten Zahlen der Fondsbranche deutlich: Im vergangenen Jahr fuhren Anleger schon mit durchschnittlichen Fonds deutlich höhere Renditen ein als mit einfachen Indexpapieren.
Top-Fondsmanager haben 2009 noch deutlich mehr erzielt. Vor allem aber auf Sicht von fünf oder zehn Jahren zeigen die Fondsstatistiken, welche Zusatzrenditen die besten Profis für Anleger erwirtschaftet haben. Während sich deutsche, europäische und amerikanische Aktienmärkte per saldo seit 2000 kaum bewegten, konnten Profis wie der Franzose Edouard Carmignac mit seinem Flaggschifffonds dreistellige Performances erzielen.
Auch bei Misch- und Rentenfonds trennt sich über längere Zeiträume die Spreu vom Weizen. Je uneinheitlicher der Markt ist, desto wichtiger wird gutes Management. Profis suchen gezielt Unternehmen und Märkte aus - denn längst nicht jedes Unternehmen ist gleich stark von den Folgen der Finanzkrise betroffen. "Schwierige Marktphasen sind die Zeiten, in denen Stoc kpicker Goldstücke am Wegrand aufsammeln können", sagt Hendrik Leber, Chef der Vermögensverwaltung Acatis.
Denn in unsicheren Zeiten werden auch solide Substanzwerte abgestraft. Aber ebenfalls in reifen Trendmärkten kann aktives Management deutliche Vorteile bringen. Ob 2000 oder 2008: Internet- wie Finanzwerte hatten die Indizes nach oben getrieben und waren damit sehr stark gewichtet - mit entsprechenden Risiken. "Anleger setzen damit auf Erfolge der Vergangenheit, nicht aber auf zukünftige Aussichten", sagt Nacken. Platzt eine solche Blase, fallen Indexpapiere dramatisch.

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