Die Pariser Fondsgesellschaft Carmignac Gestion widerspricht Anschuldigungen der spanischen Großbank BBVA, ihr Portfolio wegen der enormen Vermögenssteigerung nicht mehr vernünftig steuern zu können. In einem Brief an Vertriebspartner bezeichnet sie die Vorwürfe als "frei erfundene und böswillige Gerüchte". Hintergrund des Streits ist, dass die spanische Großbank BBVA sechs Carmignac-Fonds von ihrer Empfehlungsliste gestrichen hat. Das Vermögen hat sich seit Ende 2008 verdoppelt und in den vergangenen fünf Jahren verzehnfacht.
Das immense Wachstum der Fondsgesellschaft, aber auch das stark polarisierende Auftreten Carmignacs hat vor allem in Deutschland für Aufsehen gesorgt - aber auch Neider auf den Plan gerufen. Der unabhängige Vermögensverwalter verwaltet inzwischen knapp 30 Milliarden Euro und ist so rasant gewachsen wie kaum eine europäische Fondsgesellschaft.
Carmignac reagierte verärgert auf die Begründung der Spanier: Die Bank monierte laut Carmignac unter anderem, dass das Fondsmanagerteam für das aktuelle Vermögen zu klein sei. Die Spanier, die sich der Gesellschaft zufolge nicht um Klärung der Vorwürfe bemüht hätten, bemängelten auch, dass Carmignac im vergangenen Jahr die Depotbank ohne Mitteilung an Kunden gewechselt habe. Zudem sei mit Cabinet Vizzavona eine kleine, nur in Frankreich bekannte Prüfungsgesellschaft mit dem Testat für die französischen Fonds betraut.
Carmignac wies als Reaktion auf die Gerüchte unter anderem darauf hin, dass neben Cabinet Vizzavona künftig auch KPMG die Fonds prüfe. KPMG sei nun auch rückwirkend damit beauftragt worden, die einzelnen Carmingac-Fonds auch schon für das Jahr 2009 zu prüfen, sagte ein Sprecher der Fondsgesellschaft auf FTD-Anfrage. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nimmt die Fonds etlicher großer deutscher Anbieter unter die Lupe und gilt als sehr renommiert in der Investmentbranche.
Zum Vorwurf des nicht veröffentlichten Wechsels der Depotbank teilten die Pariser mit, sie seien von Natixis zu Caceis aus der Gruppe
Crédit Agricole gewechselt, weil Caceis den Wettbewerber übernommen habe. Carmignac reagierte auch deshalb so scharf, weil BBVA sich mit ihren Vorwürfen gar nicht an die Franzosen gewandt habe - das zumindest geht aus dem Carmingac-Brief an die Geschäftspartner hervor: Die Fragen von BBVA "hätten sich jedoch durch einen einfachen Kontrollbesuch' leicht beantworten lassen".




















