Die Manager von Rentenfonds konnten in der Vergangenheit nichts falsch machen. Die Zentralbanken haben mit ihren Interventionen das allgemeine Zinsniveau auf ein Rekordtief gedrückt und damit bei Anleihen für steigende Kurse gesorgt. Denn wenn der Zins fällt, steigen die alten, höher rentierenden Papiere im Kurs. Der höhere Kaufpreis sorgt dafür, dass auch die Altanleihen auf niedrigem Niveau rentieren.
Nun aber droht die Wende und damit Verluste: Steigen die Zinsen, fallen die Kurse, weil neu ausgegebene Papiere höher verzinst und damit attraktiver sind. Thomas Grohmann bereitet sich schon auf das Szenario vor. "Je länger der Zinstrend nach unten noch anhält, desto wahrscheinlicher ist, dass er bald endet", sagt Grohmann. Der Geschäftsführer des Vermögensmanagers Grohmann & Weinrauter berät den neuen Fonds
Warburg Bund Trend Active Short, der steigende Zinsen und fallende Kurse in Gewinne verwandeln soll.
Vorbereitung auf die Zinswende
Derzeit hält Grohmann Bundesanleihen mit kurzer Restlaufzeit, ist also geldmarktnah investiert. Solange die Rentenkurse auf dem aktuellen Niveau bleiben, gleichen die Erträge gerade so die Inflation aus. "Solange die Zinsen nicht steigen, kann man mit dem Fonds außer den Geldmarktzinsen nichts verdienen", räumt Grohmann ein. Fallen sie aber, nutzt er Termingeschäfte, um ein Plus zu erzielen. Das Prozedere ist kompliziert, Fachleute sprechen davon, dass ein Fonds in dem Fall eine "negative Duration" erreicht. Im Normalfall ist die Duration, die die durchschnittliche Haltedauer des investierten Kapitals angibt, positiv.
Immer mehr Fondsgesellschaften bereiten sich auf die Zinswende vor. Union Investment und Credit Suisse legten jüngst Rentenfonds mit fester Laufzeit bis 2013 auf. Die Anbieter halten die Papiere einfach bis zur Fälligkeit. So müssen sich Investoren nicht um Kursschwankungen sorgen, sofern auch sie die Fonds bis zum Ende behalten. Die prognostizierte Rendite der Produkte ist allerdings gering.
Der Fondsanbieter Schroders nutzt wiederum Termingeschäfte, um Rentenfonds gegen Zinserhöhungen abzusichern. Im Umkehrschluss können Anleger allerdings nicht mehr von weiteren Zinssenkungen profitieren. Und das ist das Problem: Niemand weiß, wann die Zinsen steigen - und ob es nicht sogar noch weiter nach unten geht. Die US-Notenbank Fed zumindest scheint an ihrer lockeren Geldpolitik noch eine Weile festzuhalten.






















