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21.11.2011
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Foto: FTD-Grafik
Investor-Artikel

Anleihefonds

Trügerische Sicherheit

von Julia Groth

Firmenanleihen gelten seit Ausbruch der Staatsschuldenkrise als attraktive Alternative für risikoscheue Anleger. Doch Obacht: Unternehmen können schneller als gedacht ebenfalls in den Strudel der Krise geraten.

Auf dem Staatsanleihemarkt grassiert die Angst: Italien wackelt, Spanien wankt, die Risikoaufschläge für Staatsschuldscheine steigen in ungeahnte Höhen. Selbst Titel europäischer Kernländer sind inzwischen betroffen. Die Risikoaufschläge für französische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren kletterten zuletzt auf rund zwei Prozent. Von Staatsanleihen als sicherem Hafen spricht niemand mehr.

Notgedrungen rücken andere Anlageklassen in den Fokus der Investoren: Unternehmensanleihen etwa gelten als gute Ausweichmöglichkeit. "Sie sind zurzeit eine interessante Alternative zu Staatsanleihen", sagt Karsten Rosenkilde, Spezialist für europäische Unternehmensanleihen bei der Deutsche-Bank-Tochter DWS.

Viele Firmen stehen immer noch besser da als die Länder, in denen sie beheimatet sind. Trotz der schwelenden Angst vor einer Rezession verzeichnen sie gute Gewinne und haben einen historisch niedrigen Verschuldungsgrad. "Die Deutsche Telekom kann sich zurzeit günstiger refinanzieren als der österreichische Staat", sagt Rosenkilde. International tätige Konzerne leiden darüber hinaus nicht so stark unter der Euro-Krise wie die europäischen Staaten selbst. Geht etwa das Europa-Geschäft deutscher Autobauer krisenbedingt zurück, haben sie die Möglichkeit, den Verlust über ein Plus in Asien oder den USA aufzufangen.

Problem der Firmenbonds ist aber: Dem Markt sind gute Argumente herzlich egal. Ebenso wie bei Staatsanleihen sind auch bei Unternehmenspapieren die Spreads, also die Risikoaufschläge im Vergleich zu lang laufenden Bundesanleihen, in den vergangenen Wochen stark gestiegen. "Risikoaufschläge von Unternehmensanleihen entwickeln sich teilweise parallel zum Risiko des Landes, in dem die Emittenten sitzen", sagt Patrick Kohlmann, Anleiheanalyst der Commerzbank. "Der Markt geht offenbar davon aus, dass vor allem die wirtschaftliche Situation im Land die Bonität der Unternehmen beeinflusst."

Der Markt rechnet daher trotz guter Quartalszahlen mit steigenden Ausfallraten. Im Grunde könnten sich Anleger über hohe Risikoaufschläge freuen, wo fundamental gesehen nur geringe Risiken lauern. Nur: Der Markt hat im Zweifel den längeren Atem und neigt dazu, Prophezeiungen zu machen, die sich selbst erfüllen. Steigen die Spreads weiter, erreichen sie irgendwann ein Niveau, auf dem sich die Firmen nicht mehr finanzieren können.


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Quelle: FMH-Finanzberatung
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