Schwellenländerfonds gehören in jedes langfristig aufgestellte Depot – seit Jahren erntet wohl kaum eine Aussage unter Investmentexperten weniger Widerspruch. Denn die langfristigen Argumente für Emerging Markets sind so überzeugend, dass Investoren diese Anlageklasse nicht ignorieren sollten.
„Wir müssen uns an den Gedanken gewöhnen, dass Schwellenmärkte zunehmend als strategische und nicht mehr nur als taktische Investments gelten werden“, sagt der Kölner Vermögensverwalter Markus Zschaber. Die Emerging Markets würden auch künftig der Wachstumstreiber der Weltwirtschaft sein. Allerdings ist die Analyse der Investmentfonds bei einem Engagement in Schwellenländern besonders wichtig.
Anders als bei Aktienfonds, die in etablierten Märkten wie USA oder Europa anlegen, sind langfristig gesehen die Unterschiede in der Performance zwischen den schlechtesten und den besten Fonds deutlich größer. „Weniger versierte Anleger sollten auf breit streuende Fonds setzen, die gleich mehrere Schwellenländermärkte abdecken“, rät Zschaber. Das habe den Vorteil, dass das Risiko gegenüber einer Anlage in nur eine Region oder sogar nur ein Schwellenland deutlich abgeschwächt wird.
„Generell sollten Fondssparer für ein Investment an den Schwellenmärkten ausreichend Risikoappetit und einen langen Anlagehorizont mitbringen, da es sich um eine sehr volatile Anlageklasse handelt“, sagt Natalia Wolfstetter, Analystin bei der Ratingagentur Morningstar. Das haben die beiden vergangenen Jahre eindrucksvoll gezeigt: „Auch wenn man mit Emerging-Markets-Aktien 2009 eindrucksvolle Gewinne einfahren konnte, sollte nicht vergessen werden, welch desaströses Jahr sie 2008 hatten“, warnt Wolfstetter.
Zu den Klassikern unter den breit anlegenden Schwellenländerfonds zählt der Comgest Magellan, der bereits 1988 aufgelegt worden ist. Mit Vincent Strauss verfügt er über einen erfahrenen Fondsmanager, der sich seit mehr als 30 Jahren mit Schwellenmärkten beschäftigt. Seine Herangehensweise ist eher ungewöhnlich – und macht den Fonds wohl auch so erfolgreich: Im Fokus stehen Aktien, die möglichst unabhängig vom Konjunkturzyklus sein sollen. Zyklische Branchen und Finanzwerte sind kaum gefragt.
Im vorigen Jahr brachte diese defensive Strategie einen Wertzuwachs von 57,5 Prozent. Der Fonds lag damit satte 15 Prozentpunkte hinter der Benchmark, dem MSCI Emerging Markets. Für die Morningstar-Experten ist das allerdings kein Grund, ihr Toprating von fünf Sternen zu revidieren. Im Gegenteil: „Die relative Underperformance entspricht dem konsistenten Investmentansatz“, erklären die Fondsspezialisten im jüngsten Qualitätsrating. Denn neben der langfristigen Performance des nach dem ersten Weltumsegler Ferdinand Magellan benannten Fonds ist auch die im Vergleich geringe Volatilität beeindruckend.






























