Ausgerechnet Mao! Vom amerikanischen Popkünstler Andy Warhol auf Leinwand gebannt, schaut der chinesische Kommunistenführer von seinem Platz an der goldenen Wand auf das kapitalistische Treiben des Grandseigneurs der Vermögensverwalter hinab: Edouard Carmignac.
Von seinem Büro an der vornehmen Pariser Place Vendôme aus lenkt der Franzose, 62 Jahre alt, milliardenschwere Portfolios wie den Carmignac Patrimoine. Bravourös spielt er das zur Verfügung stehende Anlage-Instrumentarium, erwirtschaftet langfristig mehr Rendite als die Konkurrenz. Durch seine fast geniale Kombination von Freestyle-Investing und Bauchgefühl steht Carmignac an der Spitze der Zunft und sammelt zweistellige Milliardenbeträge ein.
"Kaum jemand bekommt das richtige Timing hin"
Ratingagenturen, Analysten und Medien jubeln den Franzosen und seinen Fonds immer weiter hoch. Zu Recht, denn er besteht langfristig den Vergleich mit so manchem Aktienportfolio. Und eine bessere Werbung kann es für seine Produktgattung nicht geben: die sogenannten Mischfonds, die durch strategische Verteilung des Vermögens auf verschiedene Assetklassen wie Aktien, Renten, Immobilien oder auch Rohstoffe eine Art Vermögensverwaltung im Kleinen bieten. Genau das, was Anleger jetzt wollen.
"Dabei ist es auf den ersten Blick widersinnig, einen Mischfonds zu kaufen", sagt Thomas Jökel, selbst Manager des milliardenschweren Unirak von Union Investment. "Anleger können theoretisch Aktienfonds kaufen, wenn sie dazu eine positive Marktmeinung haben, und umsatteln in Renten, wenn ihnen das Risiko zu groß wird." Das soll ein Spaß sein, und schnell wird Jökel wieder ernst. "In der Realität bekommt kaum jemand das richtige Timing hin. Privatanleger haben sich nach zwei Börsenkrisen in zehn Jahren so die Finger verbrannt, dass sie die Entscheidung lieber in professionelle Hände geben."
Doch in wessen Hände? Bei der wachsenden Vielfalt an Mischfondsvarianten fällt die Wahl immer schwerer: vom klassischen Produkt mit fast starren Aktien- und Rentenquoten über computerbasierte Trendfolgemodelle bis hin zu Indexfondskonzepten. 1470 Misch- und Dachfonds meldet der Branchenverband BVI für das Jahr 2009. Das sind rund 50 Prozent mehr als 2008. Ihr Anteil am gesamten Fondsvolumen erhöhte sich von neun auf mehr als 15,5 Prozent aller Anlagegelder. 6,4 Milliarden Euro konnten sie im vergangenen Jahr zusätzlich einsammeln. Und damit sind noch lange nicht alle Portfolios erfasst. So findet sich manch guter Vermögensverwalterfonds etwa nur in der Aktienkategorie wieder.
Capital sondierte gemeinsam mit den Analysten von Feri Eurorating Services den Markt, listet die besten Mischfonds der vergangenen Jahre auf und erklärt, worauf Anleger sich einlassen.






























