01.03.2010
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Wer nur zehn Aktien im Portfolio hat, kann in einem Jahr mal vorn liegen, geht aber sehr hohe Risiken ein.
Wer nur zehn Aktien im Portfolio hat, kann in einem Jahr mal vorn liegen, geht aber sehr hohe Risiken ein.
Foto: Getty
Investor-Artikel

Konstante Top-Performer

Die wahren Stars der Fondsbranche

von Bernd Mikosch

Edouard Carmignac, Jens Ehrhardt, Graham French - diese Namen fallen immer wieder, wenn von den besten Fondsmanagern die Rede ist. Doch auch diese Herren hinken Mal der Konkurrenz hinterher. Zwei andere Fondsmanager schlagen aber die meisten Konkurrenten Jahr für Jahr. Wahres Können oder Zufall?

Über eine mangelnde Auswahl an Fonds dürfen sich Anleger nicht beklagen: In Deutschland sind genau 1201 Aktienfonds schon mindestens zehn Jahre lang am Markt, zeigen Zahlen des Fondsanalysehauses Lipper. Doch die Qualität vieler Portfolios lässt zu wünschen übrig - besonders wenn es darum geht, regelmäßig gute Ergebnisse zu liefern. Nur zwei Fonds haben es der Lipper-Datenbank zufolge geschafft, jedes der zehn Jahre von 2000 bis 2009 unter den besten 50 Prozent abzuschließen. Die Ehre gebührt zwei Fonds, die auf deutsche Nebenwerte setzen: dem Allianz RCM Nebenwerte Deutschland (ISIN DE 000.848.176 3) und dem Mid Caps Germany der Schweizer UBS (ISIN DE 000.975.175 0).

Frank Hansen managt den Allianz-Fonds seit Mai 2001, Nebenwerte sind schon mehr als 20 Jahre lang sein Metier. "Der Fonds hat als Anlageuniversum alle deutschen Aktien, die nicht im Dax 30 notieren", sagt er. Hansen hat keine Vorgaben, wie eng er sich an seinen Vergleichsindex, den MDax, halten muss. "Ich gehe aktive Wetten auf bestimmte Aktien ein - sonst könnte ich den Vergleichsindex nicht schlagen." Zu konzentriert sollte das Portfolio allerdings nicht sein, sagt Hansen, darum hält er in der Regel 40 bis 45 Aktien im Fonds. "Wer nur zehn Aktien im Portfolio hat, kann in einem Jahr mal vorn liegen, geht aber sehr hohe Risiken ein. Ich will nicht in einem Jahr der Beste sein, sondern mittelfristig vorn liegen."

Manager oder

Hansen nimmt jedes seiner Unternehmen genau unter die Lupe, untersucht den Markt, klopft die Bilanz ab und interviewt das Management. Die Titel von Skandalfirmen wie Hypo Real Estate oder Arcandor fanden sich nie in seinem Portfolio. "Wichtig ist nicht nur, welche Aktien man hat, sondern auch, welche man nicht hat", sagt er.

Bei langfristig erfolgreichen Fonds sollten Anleger zwei Punkte bedenken, sagt Detlef Glow, Analysechef bei Lipper in Frankfurt: "Liegt das gute Abschneiden an den Fähigkeiten des Fondsmanagers, müssen Anleger sich fragen, wie lange er das Portfolio wohl noch steuert. Ist es mit dem Investmentprozess zu erklären, spricht das für den Fonds - selbst dann, wenn das Management in den vergangenen Jahren häufiger gewechselt hat." Hansen arbeitet schon seit 1996 bei der Allianz-Global-Investors-Gruppe, Gründe für einen baldigen Wechsel sind nicht zu erkennen. Mit seinen 51 Jahren wird der studierte Betriebswirt den Fonds wohl noch einige Jahre lang betreuen.

Mit so viel Konstanz kann der UBS-Fonds nicht dienen, in den vergangenen zehn Jahren wurde er von vier verschiedenen Managern gesteuert. "Das Kernteam ist aber das gleiche geblieben", betont Pascal Boeuf, der das Portfolio seit Juli 2008 verantwortet. Im Team für europäische Nebenwerte bei der UBS arbeitet er inzwischen seit sieben Jahren. Boeuf: "Der Fonds ist keine Ein-Mann-Veranstaltung, das ist wichtig für Investoren."


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Quelle: FMH-Finanzberatung
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