An den Börsen sind die Kurse seit Mitte 2009 stark gestiegen: "Von den beispiellosen geld- und fiskalpolische Geldspritzen berauscht, haben die Aktienmärkte weltweit zulegen können. Gerade die Kurse von Unternehmen geringer Qualität und hoher Konjunkturanfälligkeit sind ihrem fairen Wert davongeeilt", sagt Klaus Kaldemorgen, Sprecher der Geschäftsführung der DWS. In Folge der "entfesselten Staatsausgaben" wächst nach Einschätzung der DWS jedoch mittlerweile auch an den Aktienmärkten die Angst, dass die Staaten die Schulden nicht in den Griff bekommen.
Für werthaltige Unternehmen ist Kaldemorgen weiter optimistisch gestimmt: "Unternehmen haben in der Krise eindrucksvoll ihre Anpassungsfähigkeit demonstriert." Der Fondsmanager hält dabei Firmen mit einer hohen Dividendenrendite für besonders interessant. Es sei verblüffend, dass Werte aus der Telekom-, Energie- und Versorgerbranche mittlerweile Dividendenrenditen bieten, die höhere seien als die Renditen der jeweiligen Anleihen. Solche Papiere eignen sich aus Sicht von Kaldemorgen auch für risikoaverse Investoren um am Potential der Aktienmärkte zu partizipieren.
Besonders positiv schätzt der Aktien-Experte der DWS weiterhin die Aussichten für die Schwellenländer ein - die einzige verbliebene Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft. Die wirtschaftliche Prosperität dieser Länder werde sich in der Entwicklung der jeweiligen Börsen widerspiegeln. "Der MSCI Emerging Markets hat in den letzten 10 Jahren über 80 Prozent zulegen können, gegenüber deutlichen Kursverlusten der etablierten Märkte."
Japan könnte 2010 positiv überraschen.
Neben den Emerging Markets hat sich Kaldemorgen auch wieder dem etablierten Land Japan zugewandet. In den vergangenen Monaten stockte der DWS-Chef der Anteil japanischer Aktien von null auf 15 Prozent auf. Gekauft wurden exportorientierte Unternehmern sowie auch japanische Banken, die nach Meinung von Kaldemorgen kaum noch weiter fallen könnten. Das Investment in dem - von den meisten Anlegern inzwischen geschmähten - Markt ist aus seiner Sicht von sechs bis neun Monate ausgelegt und böte Kurschancen von 20 bis 30 Prozent.
Ob die Anlageidee Japan aufgeht hänge maßgeblich von der Währungsentwicklung ab. Kaldemorgen rechnet damit, dass sich Japan ab Ende 2010 / Anfang 2011 auch im Ausland verschulden wird; bislang konnte der Inselstaat sich stets im Inland finanzieren. Tritt das Szenario ein, würde das den Yen drücken und die Aktien in Tokio - zumindest vorübergehend - beflügeln. Damit es sich für einen Euroanlager lohnt, müsse ein Japan-Engagement daher währungsgesichert sein.
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