09.02.2010
Seite  1 | 2

Milliardenschwere Übernahmen von Großkonzernen sind bei den Profianlegern nicht mehr gefragt.
Milliardenschwere Übernahmen von Großkonzernen sind bei den Profianlegern nicht mehr gefragt.
Foto: Getty
Investor-Artikel

Private-Equity

Heuschrecken arbeiten an neuer Strategie

von Angela Maier

Die Finanzkrise scheint überstanden - nun feilt die Private-Equity-Branche auf ihrer wichtigsten Messe "Super Return" in Berlin an einem handfesteren Image. Kleine und mittlere Übernahmen sind en vogue - zumindest offiziell.

Die Zeiten, als Gewerkschafter vor den Toren der alljährlichen Private-Equity-Konferenz "Super Return" protestierten, sind längst vorbei. Und doch fühlen sich selbst eingefleischte Private-Equity-Manager mittlerweile unwohl mit dem Titel, der so klar die Gier der Boomjahre bis 2007 abzubilden scheint. "Das klingt so überheblich. Da fehlt einfach das Fingerspitzengefühl", klagt ein Manager eines US-Fonds. Zudem prägten zuletzt statt Superrenditen eher Superwertverluste und Superabschreibungen das Bild der einst gefürchteten "Heuschrecken". ",Mini Return‘ würde besser passen", unkt ein anderer.

Die Stimmung im Berliner Intercontinental-Hotel ist gedämpft, aber auch "nicht so schlecht", wie Karsten Hollasch, Private-Equity-Experte von Deloitte, betont. "Sie wird besser." 1200 Teilnehmer sind dieses Mal angemeldet - so wenig wie auf dem Höhepunkt der Krise vor einem Jahr.

Die US-Stars der Szene machen schon länger einen Bogen um die Hauptstadt. Stephen Schwarzman von Blackstone, Henry Kravis von KKR, David Bonderman von TPG: Vor drei Jahren feierten die drei sich und ihresgleichen für Deals in zweistelliger Milliardenhöhe und diskutierten, welche Dax-Konzerne sie ins Visier nehmen könnten. Nun treten sie lieber in Dubai oder auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos auf oder kümmern sich um den Ausbau ihrer Investments in Asien. KKR und Blackstone haben zum ersten Mal nicht einmal mehr einen Vertreter geschickt. "Blackstone hat keinen Fokus mehr auf Deutschland, sondern sieht ganz Europa inzwischen als einen Markt neben anderen", so ein Brancheninsider. "Stattdessen haben sie nun 100 Leute in Hongkong und engagieren sich stark in Indien."

Nachdenkliche Töne

In Berlin sind nachdenkliche Töne angesagt statt der früheren Jubelarien. "2010 könnte ein Wendejahr für uns werden", sagt Thomas Pütter vom größten deutschen Finanzinvestor Allianz Capital Partners. Es gebe große Herausforderungen und Chancen, vor allem aber große Gefahren, warnt der ACP-Mann. "Ich treffe immer noch Leute, die von Renditen wie 2006 und Anfang 2007 träumen und davon, dass die Zeit des billigen Geldes wiederkehrt", sagt Pütter, der Finanzkreisen zufolge ACP in den nächsten Monaten verlassen wird.

Bis 2007 hatte der Schuldenboom die Kaufpreise für Unternehmen immer höher getrieben - und mit ihnen die Traumrenditen in der Branche. "Jetzt müssen Private-Equity-Manager ihren Investoren erklären, wie viel ihrer Erfolge auf Glück, Timing und wie viel auf ihren Fähigkeiten beruhen", so Pütter.


Schreiben Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel


Ihre Meinung

Ihr Name
Ihre Email-Adresse (wird nicht veröffentl.)
Betreff
Ihr Kommentar



 
Capital - Suche
 
Marktinformationen

DAXTecDAXDowNAS
Chart
DAX TopsDiff %
Commerzban
ThyssenKru
Deutsche B
Flops
Infineon
adidas
Fresenius
DAX 6.748,76-0,08%
TecDAX 773,61+1,29%
MDAX 10.316,35+0,10%
DOW 12.883,95+0,04%
NASDAQ 2.545,72+0,54%
EUR/US 1,3259-0,02%
GOLD 1.746,00+1,28%
 Quelle: vwd netsolutions GmbH
Alle Zinsen auf einen Blick
Wo Sie günstig finanzieren können und welche Anbieter Sparern die höchsten Renditen bieten.
ProduktMittel-
wert
Spanne
Baugeld (10 Jahre fest)3,03%2,68-4,90%
Tagesgeld (5.000 Euro)1,72%0,22-3,00%
Festgeld (12 Monate)1,79%0,75-3,16%
Sparbriefe (4 Jahre)1,89%0,56-3,50%
Girokonto (Dispo)11,24%5,50-14,50%
Ratenkredite (36 Monate)6,96%4,70-11,61%
Quelle: FMH-Finanzberatung
Wohn- und Ferienimmobilien-Kompass
PartnerangebotImmobilien suchen in ...
Wohnquartier Report
Suche

Professionelle Bewertung der Wohnumgebung von Immobilien.

PLZ
Ort
Straße, Nr.