Die Zeiten, als Gewerkschafter vor den Toren der alljährlichen Private-Equity-Konferenz "Super Return" protestierten, sind längst vorbei. Und doch fühlen sich selbst eingefleischte Private-Equity-Manager mittlerweile unwohl mit dem Titel, der so klar die Gier der Boomjahre bis 2007 abzubilden scheint. "Das klingt so überheblich. Da fehlt einfach das Fingerspitzengefühl", klagt ein Manager eines US-Fonds. Zudem prägten zuletzt statt Superrenditen eher Superwertverluste und Superabschreibungen das Bild der einst gefürchteten "Heuschrecken". ",Mini Return‘ würde besser passen", unkt ein anderer.
Die Stimmung im Berliner Intercontinental-Hotel ist gedämpft, aber auch "nicht so schlecht", wie Karsten Hollasch, Private-Equity-Experte von Deloitte, betont. "Sie wird besser." 1200 Teilnehmer sind dieses Mal angemeldet - so wenig wie auf dem Höhepunkt der Krise vor einem Jahr.
Die US-Stars der Szene machen schon länger einen Bogen um die Hauptstadt. Stephen Schwarzman von Blackstone, Henry Kravis von KKR, David Bonderman von TPG: Vor drei Jahren feierten die drei sich und ihresgleichen für Deals in zweistelliger Milliardenhöhe und diskutierten, welche Dax-Konzerne sie ins Visier nehmen könnten. Nun treten sie lieber in Dubai oder auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos auf oder kümmern sich um den Ausbau ihrer Investments in Asien. KKR und Blackstone haben zum ersten Mal nicht einmal mehr einen Vertreter geschickt. "Blackstone hat keinen Fokus mehr auf Deutschland, sondern sieht ganz Europa inzwischen als einen Markt neben anderen", so ein Brancheninsider. "Stattdessen haben sie nun 100 Leute in Hongkong und engagieren sich stark in Indien."
Nachdenkliche Töne
In Berlin sind nachdenkliche Töne angesagt statt der früheren Jubelarien. "2010 könnte ein Wendejahr für uns werden", sagt Thomas Pütter vom größten deutschen Finanzinvestor Allianz Capital Partners. Es gebe große Herausforderungen und Chancen, vor allem aber große Gefahren, warnt der ACP-Mann. "Ich treffe immer noch Leute, die von Renditen wie 2006 und Anfang 2007 träumen und davon, dass die Zeit des billigen Geldes wiederkehrt", sagt Pütter, der Finanzkreisen zufolge ACP in den nächsten Monaten verlassen wird.
Bis 2007 hatte der Schuldenboom die Kaufpreise für Unternehmen immer höher getrieben - und mit ihnen die Traumrenditen in der Branche. "Jetzt müssen Private-Equity-Manager ihren Investoren erklären, wie viel ihrer Erfolge auf Glück, Timing und wie viel auf ihren Fähigkeiten beruhen", so Pütter.































