Gut, besser, Aktienfonds. An solch einen Superlativ-Werbespruch mag der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) gedacht haben, als es darum ging, die heimischen Fonds anzupreisen. Eigentlich sind es Brauereien wie Paulaner und Gösser aus Österreich, die ihre Produkte mit solch einem Dreiklang an den Markt bringen wollen. Was die können, kann ich auch, sagt sich der BVI. Und schickte eine Investmentbotschaft in die Welt. "Investmentfonds überzeugen in allen Anlageklassen (...) mit attraktiven Resultaten (...) und stabiler Wertentwicklung."
Doch während es beim Bier um den Geschmack geht, der sich nur schwer objektiv bestimmen lässt, können Anleger bei Fonds schnell nachprüfen, ob alle Resultate wirklich spitze sind. Sie sind es nicht. So kommen die beliebten offenen Immobilienfonds, in denen 87 Milliarden Euro oder ein Siebtel des gesamten hiesigen Fondsvermögens stecken, im vergangenen Jahr auf eine Wertentwicklung von durchschnittlich 2,5 Prozent. "Beständige Wertentwicklung, stabile Zuwächse" - das mag sein, doch überzeugen sollte diese Zahl eigentlich auch den BVI nicht.
Die Jahresperformance der offenen Immobilienfonds war nämlich noch nie so schlecht wie 2009. Und immerhin gibt es diese Produkte schon seit 45 Jahren. "Ja, die durchschnittliche Wertentwicklung liegt im unteren Bereich der langjährigen Bandbreite", gibt ein Sprecher des BVI zu. Und verweist als Erklärung auf die niedrige Inflationsrate und darauf, dass es mit dem hohen Verlust beim Morgan Stanley P2 Value einen Ausreißer gegeben habe, der den arithmetischen Mittelwert belastete. Nun konnte man ja schlecht ein anderes Maß nehmen - was am schlechten Ergebnis auch nur wenig geändert hätte.
Wer statt auf Beton auf Liquidität gesetzt hatte, kam 2009 nicht besser davon. Die dürftigen Renditen für Geldmarktfonds von 1,5 Prozent haben die wenigsten Anleger überzeugt. Im Gegenteil: Geldmarktfonds wurden massenhaft verkauft. Bei Cashfonds liegt die niedrige Performance aber kaum am Fondsmanager oder an Ausreißern, sondern schlicht an den drastisch gefallenen Zinssätzen am Geldmarkt.
Das ändert nichts daran, dass Cashfonds so wenig eingebracht haben wie seit Einführung der Produkte Mitte der 90er-Jahre. Auch Anleihenfonds konnten nicht durchgehend überzeugen. So schafften Portfolios mit Bonds längerer Laufzeit 2009 nur 0,8 Prozent. Das haut keinen Investor um. Und auch keinen Biertrinker.
Quelle: capital.de
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