28.12.2009
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Nutznießer der Preissenkung sind vor allem Kunden, die ihre Fonds auf klassischem Wege über die Hausbank kaufen.
Nutznießer der Preissenkung sind vor allem Kunden, die ihre Fonds auf klassischem Wege über die Hausbank kaufen.
Foto: Getty
Investor-Artikel

Preise für Anleihefonds

Kaum Bewegung an der Gebührenfront

von André Schmidt-Carré

Magere Renditen werden oft schon von den Gebühren aufgefressen. Der britische Vermögensverwalter Schroders reduziert jetzt die Ausgabeaufschläge seiner Rentenfonds. Breite Kostensenkungen in der Branche sind aber nicht in Sicht.

Schroders senkt die Preise seiner Anleihefonds. Die Anteilsklassen für Privatanleger kosten seit Dezember nur noch drei statt bisher fünf Prozent Ausgabeaufschlag. Damit reagiert das Unternehmen nach Angaben von Deutschland-Geschäftsführer Achim Küssner auf ein verändertes Verhalten der Anleger, die vermehrt auf Gebühren achteten: "Die Nachkostenrendite wird immer wichtiger." Außerdem seien drei Prozent Ausgabeaufschlag in Deutschland üblich, daran habe man sich jetzt angepasst. "In den Jahren vor der Krise hatten wir eine Expansionsphase, in der Kunden nicht so auf die Kosten geschaut haben. Heute ist das Marktumfeld schwieriger, die Kunden sind besser aufgeklärt", gibt Küssner zu.

Die Senkung des Ausgabeaufschlags trifft vor allem die Vertriebspartner. Denn sie kassieren die Ausgabeaufschläge als Provision. Dass manche Banken daher künftig weniger Schroders-Fonds verkaufen könnten, beunruhigt Küssner nicht: "Auf Verkaufsberater, die nur auf die Provision schauen, können wir verzichten." Experten wie der Research-Chef der Fondsratingagentur Morningstar, Werner Hedrich, halten diese Argumentation für plausibel: "Langfristig ist das die richtige Entscheidung. Anleger, die allein provisionsgetrieben angeworben werden, ziehen ihr Geld ohnehin später unzufrieden wieder ab." Und sie investieren vermutlich so schnell nicht wieder in einen Fonds des Anbieters.

Nutznießer der Preissenkung sind vor allem Kunden, die ihre Fonds auf klassischem Wege über die Hausbank kaufen. Laut Küssner ist das immer noch der weit überwiegende Teil der Privatkunden. Wer seine Fonds hingegen über Direktbanken, Plattformkonten oder die Börse erwirbt, zahlt ohnehin in der Regel deutlich reduzierte oder sogar gar keine Ausgabeaufschläge.

Höhere Gebühren für echte Mehrleistung

Weitere Preissenkungen plant Schroders derzeit nicht. Bei Aktienfonds, die Anleger meist über viele Jahre halten, spielt der einmalige Aufschlag keine so große Rolle. Kalkuliert man zum Beispiel eine Haltedauer von acht Jahren, kostet ein Aufschlag von fünf Prozent vereinfacht gerechnet nur etwas mehr als ein halbes Prozent Rendite pro Jahr. Außerdem schauen Anleger immer noch vor allem auf die erhofften Renditen und weniger auf die Gebühren. Bei Anleihefonds mit üblichen Renditen von allenfalls vier bis fünf Prozent macht sich der Ausgabeaufschlag hingegen stark bemerkbar.

Das Problem hat sich für die Fondsgesellschaften verstärkt, seit die Zinsen im Keller sind. Rentenfonds werfen jetzt nur noch magere Zinsen ab, vor allem wenn sie zu großen Teilen in sichere Staatsanleihen investieren. "Bei klassischen Rentenprodukten kann da allein der Ausgabeaufschlag eine ganze Jahresrendite kosten", sagt Fondsanalyst Hedrich. Höhere Gebühren hält er nur für gerechtfertigt, wenn Rentenfondsmanager eine echte Mehrleistung in Form von Laufzeiten- oder Währungsmanagement erbringen.


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