25.11.2009
Seite  1 | 2

Für Kapitalanlagegebühren geben die Deutschen mehr aus, als für Brot.
Für Kapitalanlagegebühren geben die Deutschen mehr aus, als für Brot.
Foto: Getty
Investor-Artikel

Effektiver Anlegen

Gebühren fressen Rendite auf

von Wolf Brandes

Deutsche Anleger verschenken bei ihren Investments durch Ausgabeaufschläge und Provisionen unnötig Geld. Dabei gibt es genügend Möglichkeiten, Kosten zu sparen.

Ein Prozent hier, anderthalb Prozent da - die Gebühren bei Investmentfonds klingen auf den ersten Blick nicht dramatisch. In der Summe geht es jedoch um Milliarden von Euro, die Sparer hierzulande für den Kauf und die Verwaltung zahlen - und zwar oft zu viel zahlen. Das hat inzwischen auch die Politik erkannt. "Keinesfalls dürfen Profit und Provisionen dazu führen, dass Qualität, Seriosität und die Achtung des Kundenwunsches auf der Strecke bleiben", mahnte vor kurzem die für den Anlegerschutz zuständig Ministerin Ilse Aigner.

Schätzungsweise 27,8 Milliarden Euro geben die Deutschen pro Jahr für Kauf, Verkauf und Verwaltung von Investmentfonds, Wertpapieren und Versicherungen aus. Pro Kopf entspricht das einer Summe von 340 Euro. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Beratungsunternehmens CapQM, die sich auf Zahlen aus dem Jahr 2007 stützt. "Die deutschen Privathaushalte geben damit mehr Geld für Kapitalanlagekosten aus als für das Grundnahrungsmittel Brot", sagt Volker Schmitz, Geschäftsführer von CapQM. Ausgabeaufschläge und Verwaltungskosten für Investmentfonds sind besonders große Kostenblöcke: Die Gebühren und Provisionen summieren sich bei Fonds auf 9,2 Milliarden Euro und entsprechen damit rund 1,3 Prozent des in Publikumsfonds angelegten Vermögens.

"Das bedeutet, dass bei einer Bandbreite der Rendite von vier bis sechs Prozent vor Kosten bis zu 35 Prozent des jährlichen Ertrags der privaten Anleger an Finanzdienstleister gehen", verdeutlicht Schmitz - bis zu einem Drittel der Erträge gehen demnach als Kosten weg. Was an Gebühren bei Bank und Fondsgesellschaft hängen bleibt, kann keinen Wertzuwachs erzielen. Wer 20.000 Euro investiert und bei Aktienfonds einen Ausgabeaufschlag von fünf Prozent zahlt, hat auf einen Schlag 1000 Euro verloren. Die Gebühren durch eine höhere Rendite hereinzuholen ist schwierig - einfacher ist es, die Kosten in den Griff zu bekommen. Je nach Anlagevolumen lässt sich viel sparen, wenn eine günstige Anlageform gewählt wird.

Einmalgebühren verringern den Zinseffekt

An einfachen Rechenbeispielen lässt sich erkennen, wie unterschiedlich Abschlussgebühren auf der einen Seite und laufende Kosten auf der anderen Seite wirken. Der einmalige Ausgabeaufschlag bei Investmentfonds drückt die Rendite dabei weniger als die laufende Verwaltungsgebühr. Einmalkosten am Anfang verringern zwar den Zinseszinseffekt, doch auf lange Jahre gesehen verlieren sie an Bedeutung.

Angenommen, ein Anleger spart 35 Jahre lang 100 Euro pro Monat bei fünf Prozent Zinsen; das macht eine Einzahlung von 42.000 Euro. Mit Zins und Zinseszins kämen dabei ohne Kosten 111.320 Euro zusammen. Wenn ein Ausgabeaufschlag von fünf Prozent verlangt wird, sind es noch 108.080 Euro. Die Kosten beim Kauf reduzieren den Wertzuwachs pro Jahr damit auf 4,9 Prozent.

Wenn dazu noch 1,5 Prozent Verwaltungskosten jährlich einbehalten werden und damit der Wertzuwachs des effektiv investierten Geldes auf 3,5 Prozent gedrückt wird, bleiben lediglich 79.151 Euro. Fast die Hälfte des möglichen Gewinns fressen in dem Beispiel die Kosten auf. Umgerechnet in Prozent beträgt die Rendite nach Kosten in dem Fall nicht fünf Prozent, sondern 3,4 Prozent.

Bei Fonds lässt sich ein Teil der Kosten einfach sparen. Der Ausgabeaufschlag - bei Rentenfonds oft drei Prozent, bei Aktien- und offenen Immobilienfonds fünf Prozent - ist verhandelbar. Der Wettbewerb der Banken mit den Direktbanken hat dazu geführt, dass die meisten Häuser einen Rabatt von 25 oder 50 Prozent geben. Viele Onlinebroker wie Comdirect Bank, Cortal Consors und ING-Diba bieten ausgewählte Produkte ganz ohne Agio an. Bei Onlinevermittlern wie AAV und fondsvermittlung24.de gibt es sogar fast alle Investmentfonds ohne Kaufgebühren.


Was die Leser sagen

Argubi
27.11.2009 | 14:02
Was wirklich zählt

Immer wieder die gleiche Leier, die auch bei der x-ten Wiederholung nicht richtiger wird. Die reine Aussage, man würde günstiger fahren, wenn man Gebühren spart, ist doch gar keine Aussage, weil es sich von selbst versteht.
Was aber wirklich zählt ist doch das Gesamtergebnis nach 1, 3 oder 5 Jahren. Wen interessiert denn bitte bei z.B. einem Fonds aus dem Neuen Markt, der jetzt nach 10 Jahren bei -80 % im Ergebnis liegt, ob er nun 5 % Agio gezahlt hat oder nicht. Macht das den Kunden wirklich glücklich?
Es kommt doch darauf an, wie man NACH Kosten UND Steuern abschneidet. Wir nehmen selber als Berater IMMER einen Ausgabeaufschlag betreuen dafür die Kunden aktiv. Das Ergebnis? Alle Aktienfonds wurden bereits im Januar 2008 !!! verkauft und im Mai/Juni 09 zurückgekauft. Damit erzielten wir ein Ergebnis von rund + 20 % über die letzen beiden Jahre.
Wer möchte gerne Gebühren sparen und allein gelassen werden im Crash und wer möchte professionell und aktiv betreut werden? Die Entscheidung trifft allein der Kunde.

meinungsmacher
26.11.2009 | 13:16
Fonds ohne Ausgabeaufschlag über Onlinevermittler

Guter und aussagekräftiger Artikel zum Thema Fondsgebühren.
Im Grunde nach ist ein Fondsanleger im Zeitalter der Informationstechnologien auf eine Beratung heutzutage auch gar nicht mehr angewiesen. Insofern lässt sich für die meisten Fonds der Ausgabeaufschlag über Onlinevermittler gänzlich einsparen, wobei der Vollständigkeit halber zu ergänzen ist, dass der Anbieter profinance-direkt dem Anleger darüber hinaus auf seinen Fondsbestand eine jährliche Treueprämie zahlt.

Fuchs
26.11.2009 | 00:06
ARERO

www.arero.de von Prof. Dr. Weber Mannheim - Konzept weltweit 60% Aktien BIP bezogen, 25 % Renten in Euro, 15 % Rohstoffe mit jährlichem reballancing nach BIP und Anteilsaufteilung - 0% Aufgabeaufschlag(z.B. bei diba, aber auch codi oder dws) und einem TER von 0,45%!!! Transparent und unschlagbar kostengünstig - absolutes Basisinvest - Finanzdienstleister,
Bankberater, Versicherungen zum Vermögensaufbau oder Altersvorsorge von SPD Mitgliedern und Lobbyisten wie Riester oder (AWD-) Rürup...??? nein danke!

(Kommentare 1-3 von 3)

Ihre Meinung

Ihr Name
Ihre Email-Adresse (wird nicht veröffentl.)
Betreff
Ihr Kommentar



 
Capital - Suche
 
Marktinformationen

DAXTecDAXDowNAS
Chart
DAX TopsDiff %
Commerzban
ThyssenKru
Deutsche B
Flops
Infineon
adidas
Fresenius
DAX 6.748,76-0,08%
TecDAX 773,61+1,29%
MDAX 10.316,35+0,10%
DOW 12.884,33+0,05%
NASDAQ 2.545,82+0,54%
EUR/US 1,3258-0,02%
GOLD 1.746,00+1,28%
 Quelle: vwd netsolutions GmbH
Alle Zinsen auf einen Blick
Wo Sie günstig finanzieren können und welche Anbieter Sparern die höchsten Renditen bieten.
ProduktMittel-
wert
Spanne
Baugeld (10 Jahre fest)3,03%2,68-4,90%
Tagesgeld (5.000 Euro)1,72%0,22-3,00%
Festgeld (12 Monate)1,79%0,75-3,16%
Sparbriefe (4 Jahre)1,89%0,56-3,50%
Girokonto (Dispo)11,24%5,50-14,50%
Ratenkredite (36 Monate)6,96%4,70-11,61%
Quelle: FMH-Finanzberatung
Wohn- und Ferienimmobilien-Kompass
PartnerangebotImmobilien suchen in ...
Wohnquartier Report
Suche

Professionelle Bewertung der Wohnumgebung von Immobilien.

PLZ
Ort
Straße, Nr.