Die Fondsbranche hat darauf reagiert und spezielle Produkte aufgelegt. "Stiftungsfonds wurden vor einigen Jahren ins Leben gerufen, um eine standardisierte Antwort auf die Bedürfnisse der Stiftungen anzubieten", sagt Markus Zschaber, Geschäftsführer bei der V. M. Z. Vermögensverwaltung in Köln. Weil aber das Volumen bei vielen der Produkte gering geblieben sei, hätten zahlreiche Gesellschaften ihre Fonds kurzerhand auch für Privatanleger geöffnet, sagt der Vermögensverwalter.
"In der Regel streben Stiftungsfonds einen langfristigen Kapitalerhalt mit regelmäßigen Ausschüttungen an, der aber nicht garantiert wird", sagt Jan Richter, Analyst der unabhängigen Fondsberatung Fondsconsult Research. Neben dem nominalen Kapitalerhalt ist es für Stiftungen wichtig, die Inflationsrate auszugleichen, weshalb die Portfolios meist auch Aktien enthalten und im Rentenbereich zumindest kleinere Risiken eingehen müssen. "Meist weisen die Fonds deshalb einen defensiven Mischfondscharakter auf, das heißt, der Aktienanteil wird auf 30 Prozent beschränkt und der Rest wird bei Renten sowohl in Staatsanleihen als auch in Corporates investiert", erläutert Richter.
Regelmäßige Auszahlung und mittelfristiger Kapitalerhalt
Den Vergleich mit klassischen konservativen Mischfonds braucht so manches Stiftungsprodukt allerdings nicht zu scheuen: So liegen sowohl der Cominvest Taara Stiftungsfonds als auch der Deka-Stiftungen Balance in der Morningstar-Kategorie "Mischfonds Euro defensiv" im Dreijahresvergleich ganz vorn. "Die Fonds eignen sich für Anleger, die eine regelmäßige Auszahlung und einen mittelfristigen Kapitalerhalt wünschen. Aber dafür muss man jeden Fonds einzeln analysieren", sagt Werner Hedrich, Leiter Fondsanalyse bei Morningstar Deutschland. Ein Merkmal für all diese Produkte sei, dass sie keine Wertverluste zeigen sollten.
Das aber gelingt nicht allen Fonds zu jeder Zeit. "Dank des flexiblen Managements des Aktien-und Rententeils sind Fonds wie Universal-Fonds-NRW, Deka-Stiftungen Balance oder Cominvest Taara relativ unbeschadet durch das vergangene schwere Jahr gekommen", sagt Fondsconsult-Analyst Richter. Dagegen litt die Performance anderer Produkte wie zum Beispiel des F&C HVB-Stiftungsfonds zum Teil unter einer recht statischen Aufteilung des Vermögens auf die unterschiedlichen Anlageklassen.
Enttäuschend verlief auch die Wertentwicklung des Liga-Pax-Balance-Stiftungsfonds-Union, der im Mai 2000 als erster Stiftungsfonds in Deutschland für die kirchlich orientierte Pax-Bank aufgelegt wurde. Knapp acht Prozent büßte der Fonds 2008 ein, im schwierigen Aktienjahr 2002 mussten die Investoren sogar ein Minus von mehr als 22 Prozent hinnehmen.
Mit einem Volumen von mehr als 800 Millionen Euro gehört der F&C HVB-Stiftungsfonds zu den größten und bekanntesten Produkten in Deutschland. Ursprünglich für öffentliche und private Stiftungen entwickelt, erfreut sich der Fonds mittlerweile auch bei privaten und institutionellen Anlegern großer Beliebtheit. Das liegt möglicherweise auch an einer Besonderheit: Die jährlichen Ausschüttungen werden ein Jahr im Voraus am 15. Dezember bekannt gegeben. Angestrebt wird eine Ausschüttung, die einen Prozentpunkt über dem Zwölfmonatszinssatz (Euribor) liegt. Bei negativer Marktrendite muss die Auszahlung allerdings aus dem Kapital finanziert werden.
Substanzerhalt und laufende Erträge als Hauptziele
Fondsmanager Chris Childs kombiniert deutsche Staatsanleihen mit Euroland-Standardwerten. Aktuell hat Childs die Aktienquote fast ausgeschöpft. 30 Prozent darf er in Aktien investieren, derzeit sind es 27 Prozent. Dadurch hat der Fonds nach einem Minus von acht Prozent im vergangenen Jahr seit Jahresanfang wieder um knapp acht Prozent zulegen können.
Auch der Cominvest Taara wurde 2005 ursprünglich für Stiftungen konzipiert. Eine Tranche für Privatanleger, die sich von der ursprünglichen aber nicht unterscheidet, wurde erst später aufgelegt. "Es gibt zwei Hauptziele für den Fonds: zum einen Substanzerhalt, zum anderen laufende Erträge zu erzielen", sagt Philipp Kellerhals von Pimco, der den Taara Stiftungsfonds P managt.
"Von der Strategie her ist es ein konservativer Mischfonds. Auf der Rentenseite sind nur Staatsanleihen und Pfandbriefe in dem Portfolio enthalten", so der Manager. Seit Mitte Juli schöpft Kellerhals die Höchstgrenze für den Aktienanteil von 20 Prozent voll aus. "Das hat uns zuletzt geholfen. Seit Jahresbeginn hat der Fonds um rund vier Prozent zugelegt."
Quelle: ftd
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