Risikofreudige haben auf dem Weinmarkt die Chance auf hohe Renditen.
Risikofreudige haben auf dem Weinmarkt die Chance auf hohe Renditen.
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Fonds-Check

Mit Bacchus auf Renditejagd

von André Saenger

Der Grapevault Wine Fund No. 1 ist etwas für Spielernaturen und ausgesprochene Weinliebhaber. Der geschlossene Weinfonds birgt hohe Rendite­chancen – aber auch ein großes Risiko.

Wein ist in und begehrt. Die edlen Tropfen gelten nicht länger als Lebensmittel, sondern sind zum Lifestyleobjekt geworden. Bewusster Konsum und das Wissen rund um den Rebensaft sind zum Zeichen des Wohlstands geworden. Da das Angebot an Spitzenweinen endlich ist und die neuen Märkte in Russland und Asien für deutlich steigende Nachfrage sorgen, sind die Preise für Top-Weine so hoch wie noch nie. Interessant für Investoren: Die Produktionskosten sind im Verhältnis zum Ladenpreis äußerst gering. Ein Spitzenwein lässt sich bereits für rund 25 Euro herstellen. Für die gleiche Flasche zahlt dann der Liebhaber um die 300 Euro. Von dieser Situation möchte der Initiator Grapevault Wine Investments Anleger profitieren lassen, mit seinem ersten geschlossenen Weinfonds.

Mit einer Mindestbeteiligung von 20000 Euro investieren Anleger in die gesamte Wertschöpfungskette der Weinindustrie: in den Erwerb von Rebflächen, in Weinproduktion und -verkauf sowie in den Handel mit Raritäten- und Sammlerweinen. Außerdem soll Geld in Beteiligungen an neuen Geschäftsideen fließen. Bis jetzt sind die Investitionsobjekte allerdings unbekannt, sodass der Anleger ein erhebliches Blindpool-Risiko eingeht. Viele Fragezeichen gibt es auch beim Ausstieg aus dem Fonds: Der Gesellschaftsvertrag zieht zwar einen Börsengang oder den Verkauf des Unternehmens an einen Einzelinvestor beziehungsweise eine Investorengruppe in Erwägung, bleibt aber, was den Zeitpunkt betrifft, im Unklaren. Das offene Konzept bietet auf der anderen Seite auch viel Potenzial: Durch die Verteilung des unternehmerischen Engagements auf mehrere Geschäftsbereiche erhöhen sich die Renditechancen beträchtlich. Ob dies aber gelingt, hängt in erster Linie von den unternehmerischen Fähigkeiten des Managements ab. Da es sich beim Grapevault Wine Fund No. 1 um den Erstling des Initiators handelt, ist eine Beurteilung der Manager schwierig. Aber selbst wenn diese einen guten Job machen, bleiben die typischen Widrigkeiten der Landwirtschaft. Bei manch guter Idee könnte das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen.

Der Initiator behält sich die Möglichkeit vor, ab einem Fondsvolumen von 20 Millionen Euro, Fremdkapital in Höhe von 50 Prozent des Eigenkapitals aufzunehmen. Wie realistisch der angenommene Zinssatz von sieben Prozent ist, bleibt in Anbetracht der momentanen Zurückhaltung der Banken bei der Kreditvergabe fraglich. Ein höherer Zinssatz würde die Rendite drücken.

Vielleicht schreckt Banken auch der Skandal um Hardy Rodenstock, den Sommelier von Deutschlands Highsociety. Weil er vermeintlich Weine unter falschem Etikett verkaufte, ist die Branche kräftig in Verruf geraten. Es wird einige Zeit dauern, bis das Vertrauen wieder da ist. Der Fonds ist also nur etwas für Risikofreudige.

Beteiligung: Investition in unterschiedliche Wertschöpfungsstufen der Weinindustrie.
Initiator: Grapevault Wine Investments GmbH, Telefon (089) 67805560
Mindestanlage: 20000 Euro, plus 5 % Agio.
Anlagedauer: Unbestimmt. Jährliche Kündigung möglich, aber nicht zu empfehlen.
Rückfluss: 7 bis 18 % p. a.
Steuervorteil: Einkünfte aus Gewerbebetrieb fallen nicht unter die Abgeltungssteuer.
Bewertung: Chance 9 von 10 Risiko 9 von 10


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