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20.08.2010
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Banken müssen bis zum 31. August einen Vorschlag unterbreiten, wie sie die Gebühren an Geldautomaten gestalten wollen
Banken müssen bis zum 31. August einen Vorschlag unterbreiten, wie sie die Gebühren an Geldautomaten gestalten wollen
Foto: Getty
Investor-Artikel

Zoff um Geldautomatengebühr

Bankverbände sagen Berlin Kampf an

von Nina Luttmer, Marco Engemann, Maike Rademaker

Im Streit darüber, wie viel das Geldabheben am Automaten einer anderen Bank kosten darf, versuchen die Sparkassen, Fakten zu schaffen. Das passt den Liberalen gar nicht: Die FDP droht mit einer gesetzlichen Regelung, sollte eine freiwillige Einigung scheitern.

Im Streit um die Gebühren für das Geldabheben an fremden Geldautomaten fordern die Sparkassen die Regierung heraus. Mit ihrem Vorpreschen am Donnerstag wird eine von Berlin geforderte Einigung auf ein neues Gebührenmodell im deutschen Bankenlager unwahrscheinlich.

Der Verband der Sparkassen, der DSGV, machte am Donnerstag in einer Pressemitteilung nochmals seine Position klar: Er will keine Deckelung der Gebühren, sondern freien Wettbewerb. Der Verband der privaten Banken, der BdB, konterte daraufhin auf Nachfrage, dass er weiterhin für ein Entgelt von maximal 2 Euro pro Abhebung plädiert. Beide Verbände betonten zwar, dass sie immer noch für Gespräche offen seien - die entscheidende Zusammenkunft der Verbände ist für kommenden Mittwoch angesetzt. Dass der DSGV seine Position aber gerade jetzt via Mitteilung verschickt, zeigt, wie verhärtet die Fronten sind.

Hintergrund des Streits ist die Forderung des Bundeskartellamts, dass die Banken bis zum 31. August einen Vorschlag unterbreiten sollen, wie sie die Gebühren an Geldautomaten gestalten wollen. Für das Abheben an fremden Automaten zahlen Kunden derzeit im Schnitt 5,64 Euro, teils aber auch bis zu 10 Euro.

Die Bankenverbände hatten dem Kartellamt zuletzt vorgeschlagen, künftig maximal 5 Euro zu berechnen. Das aber hatte das Amt als zu hoch abgelehnt. Es hatte den Instituten einen Betrag von 30 Cent bis zu 1 Euro als Orientierung für die künftige Gebührenhöhe genannt.

Können sich die deutschen Banken bei ihrem Treffen am kommenden Mittwoch wie erwartet nicht auf eine gemeinsame Lösung einigen, so wird das Kartellamt vermutlich zwei Vorschläge bekommen: einen vom BdB und einen gemeinsamen vom Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) und vom DSGV.

Bereits in den vergangenen Wochen hatte sich hinter den Kulissen abgezeichnet, dass die Verbände sich beharken und nicht einigen können. Nun aber schlagen sie auch in der Öffentlichkeit einen raueren Ton an und werben aggressiver für ihre Positionen. Nur der BVR, der die Position des DSGV teilt, hält sich zurück und schweigt.


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