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Deutsche Bank hat sich den Zugang zum weltgrößten Markt für islamische Finanzprodukte gesichert. Die malaysische Zentralbank erteilte dem Institut eine Lizenz, mit der es islamische Bonds in der lokalen Währung Ringgit anbieten darf. "Wir möchten unsere Fußspuren in Malaysia ausweiten", sagte der für den Nahen Osten und Nordafrika zuständige Manager Hussein Hassan.
Die Deutsche Bank habe nun Zugang zum lokalen Markt und könne nun Firmen und anderen Banken islamische Anleihen (Sukuks) anbieten. Sukuks sind schariakonforme Anleihen, bei denen keine Zinsen gezahlt werden. Der Anleger wird stattdessen Teilhaber an einer mit der Bank verbundenen Firma und so an Gewinnen beteiligt.
Der Koran verbietet Zins. Daher verteilen schariakonforme Banken das Risiko anders: Anstatt einen Kredit zu vergeben, kauft die Bank etwa ein Haus und verkauft es in Raten. Beide Vertragspartner teilen somit das Risiko des Kreditausfalls. Der Koran untersagt außerdem Geschäfte mit Alkohol, Tabak, Waffen oder Schweinefleisch.
Islamic Finance zählt zu den am schnellsten wachsenden Teilmärkten der Finanzbranche. Das jährliche Wachstum wird auf 15 bis 20 Prozent geschätzt. Laut der Ratingagentur Moody's, verwalten weltweit 250 islamische Fonds ein Kapital von 300 Milliarden Dollar. Auf 300 islamische Finanzinstitutionen entfallen darüber hinaus 250 Milliarden Dollar. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg ist die Deutsche Bank momentan Marktführer bei Islamanleihen und asiatischen Bonds. Die Konkurrenz ist aber hart: Vor allem die amerikanische
Citigroup und die britische
HSBC sind aktiv.
Malaysia ist mit Abstand der weltweit wichtigste Sukuk-Markt. Im vergangenen Jahr wurden von dort 54 Prozent der Emissionen durchgeführt. In Europa ist der Sukuk-Markt nur eine Randerscheinung. "Aber insbesondere Großbritannien und Frankreich bemühen sich seit einiger Zeit sehr stark um die Entwicklung eines Islamic Finance-Marktes", sagte Christian Esters, Kreditanalyst bei Standard & Poor's.































