30.12.2009
Die Finanzmärkte werden eine fortwährende Achterbahnfahrt erleben.
Die Finanzmärkte werden eine fortwährende Achterbahnfahrt erleben.
Foto: Getty

Vermögensverwalter

Mit einer Hand an der Reißleine

von Markus Hinterberger

Während die Anleger noch skeptisch sind, raten viele Vermögensverwalter wieder zu etwas mehr Risiko. In einem Punkt sind sich aber alle einig: Einfach wird das Börsenjahr 2010 nicht.

„Wir schätzen die Finanzmärkte 2010 stabil ein. Daher erwarten wir Korrekturen in den vermeintlich sicheren Anlagen wie Edelmetalle und Staatsanleihen und raten zu risikoreicheren Anlageklassen“, meint Willi Heigl von der Vermögensverwaltung der lichtensteinischen VP Bank. Er gehört zur Gruppe der Optimisten unter rund 50 Vermögensverwaltern, die BÖRSE ONLINE zum Jahresende befragt hat. Ähnlich wie Heigl denkt auch Dirk Guber, Direktor im Vermögensverwaltungsgeschäft bei HSBC Trinkaus. Der Düsseldorfer sieht vor allem Chancen in den Emerging Markets und bei Unternehmen, die einen wesentlichen Teil ihres Umsatzes in diesen Ländern erzielen. Doch neben den Optimisten gibt es auch Stimmen, die zur Vorsicht mahnen, auch wenn die wichtigsten Indices wieder auf dem Niveau von vor der Lehman-Pleite notieren.

Michael Deeken von der Vermögensverwaltung Altbayern spricht sogar von Übermut, der einige Investoren erfasst habe und rät zur Vorsicht. Unter den bankenunabhängigen Vermögensverwaltern herrscht, wie bei viele Kunden auch, eine gehörige Portion Skepsis vor. „Die Kunden haben in den vergangenen Jahren zuviel gelitten und Ruhe ist das wichtigste was wir bieten können“, sagt Wolfgang Köbler von Nürnberger KSW Vermögensverwaltung. Er und viele andere rechnen mit eine erhöhten Volatilität an den Märkten. „Die Finanzmärkte werden fortwährende Achterbahnfahrten erleben“, sagt Eckart Langen von der Goltz. Das sei kein Börsenklima für Anleger mit schwachen Nerven. Es gäbe keine allein seligmachende Geldanlage. "Man muss vorsichtig und zugleich flexibel sein".

Inflationsängste unter den Kunden

Befragt nach Erwartungen ihrer Kunden, sprachen mehr als 80 Prozent der Befragten von Inflationsängsten. Sie selbst teilen diese Befürchtungen nicht. Viele erwarten ein Ende der Politik des billigen Geldes. Doch auch wenn die Notenbanken die Zinsen im Laufe des Jahres anheben werden, rechnet kaum einer der Verwalter mit einer stark anziehenden Inflation. Denn dazu sei die Wirtschaft noch zu schwach. Nichtsdestoweniger verzeichnen rund ein Drittel der Vermögensverwalter eine starke Nachfrage nach Sachwerten. „Wir erleben vor allem bei der Altersvorsorge eine Renaissance von Sachanlagen. Es gilt neue Deckungslücken in der Altersvorsorge etwa durch die Reduzierung des Garantiezinses bei vielen Lebensversicherern zu schließen“, sagt Jürgen Schneider, von SRQ Finanzpartner in Berlin. Neben Immobilien ist vor allem Gold sehr gefragt. Gut die Hälfte der Befragten setzt weiterhin auf das gelbe Metall und erwartet, dass sein Preis weiter steigen wird. Der Hunger nach physischem Gold wird wie 2009 auch anhalten, glauben die Verwalter.

Mehr Transparenz und Vertrauen

Ebenso ungebrochen sei der Wunsch der Kunden, ihre Anlagen zu verstehen, berichtet Alois Ebner Vorstandschef von Vontobel Europe. „Viele Kunden achten darauf, ihr Vermögen nur kurz in einem Produkt zu binden, um es möglichst schnell wieder flüssig zu machen“, so Ebner weiter. Ab 2010 sind neben Banken auch Vermögensverwalter in der Pflicht, Protokolle von jedem Beratungsgespräch anzufertigen. Laut einer Umfrage der DAB Bank stellen die Protokolle für knapp die Hälfte der Vermögensverwalter keine Hürde dar, da sie bereits heute Beratungsgespräche entsprechend protokolliere und entsprechende Mandate vereinbart habe.

Insgesamt konnten die meisten Vermögensverwalter neues Geld und neue Kunden hinzugewinnen. Offenbar scheint das Vertrauen der Kunden in Großbanken noch immer angekratzt zu sein.


Quelle: boerseonline
© 2009 capital.de

Schreiben Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel


Ihre Meinung

Ihr Name
Ihre Email-Adresse (wird nicht veröffentl.)
Betreff
Ihr Kommentar



 
Capital - Suche
 
Marktinformationen
DAX Tops Diff %
Metro
E.ON N
Allianz N
Flops
Infineon T
MAN
SAP
DAX 6.271,22 -0,60%
TecDAX 742,49 -1,63%
EUR/US 1,2787 +0,07%
GOLD 1.597,73 +0,35%
Quelle: Smarthouse Media, SIX Telekurs
Alle Zinsen auf einen Blick
Wo Sie günstig finanzieren können und welche Anbieter Sparern die höchsten Renditen bieten.
ProduktMittel-
wert
Spanne
Baugeld (10 Jahre fest)2,80%2,53-4,90%
Tagesgeld (5.000 Euro)1,44%0,17-3,00%
Festgeld (12 Monate)1,51%0,50-3,00%
Sparbriefe (4 Jahre)1,66%0,45-3,25%
Girokonto (Dispo)11,03%5,50-13,81%
Ratenkredite (36 Monate)6,82%4,33-11,99%
Quelle: FMH-Finanzberatung
Wohn- und Ferienimmobilien-Kompass
Aktualisierte Fassung 2012
PartnerangebotImmobilien suchen in ...
Wohnquartier Report
Suche

Professionelle Bewertung der Wohnumgebung von Immobilien.

PLZ
Ort
Straße, Nr.