Satte 38,6 Mrd. Dollar oder 130 Dollar je Aktie will sich der australisch-britische Minenkonzern
BHP Billiton den Düngemittelhersteller
Potash kosten lassen - ein Aufschlag von 16 Prozent auf den letzten Aktienkurs vor Ankündigung des Angebots. Doch das Potash-Management weist die Offerte als zu niedrig zurück.
Damit kündigt sich ein langwieriger Übernahmekampf an, dessen Ausgang völlig offen ist. Sollte BHP Billiton am Ende doch nicht zum Zug kommen, könnte es einen lachenden Dritten geben: die Aktionäre von K+S.
Als alternativer Kaufkandidat für BHP Billiton ist der Kali- und Düngemittelhersteller aus Deutschland längst ins Blickfeld der Börsianer gerückt. Allein am Tag der Offerte für Potash schnellte der Kurs der DAX-Aktie um sechs Prozent nach oben.
Erst der schwache Gesamtmarkt stoppte den Steigflug. Als Käufer käme nicht nur BHP infrage. Denn die Düngemittelbranche befindet sich seit geraumer Zeit in einem Konsolidierungsprozess. In Russland schließen sich mit Uralkali und Silvinit gerade zwei Konzerne zu einem finanzkräftigen Player zusammen.
Auch die chinesischen Branchenvertreter streben in Richtung Westen.
Für Capital sind die neu entbrannten Spekulationen Grund genug, sich am deutschen Aktienmarkt nach interessanten Akquisitionszielen umzusehen.
Unsere Analyse zeigt, dass von den rund 600 Firmen, die wir regelmäßig beobachten, mehr als 50 grundsätzlich für Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions, M&A) infrage kommen. Die zwölf aussichtsreichsten Kandidaten stellen wir Ihnen vor. Für Anleger kann es sich lohnen, auf Aktien von Übernahmezielen zu setzen. Denn in der Regel sind solche Deals sehr lukrativ. Um an möglichst viele Anteile des Objekts der Begierde zu kommen, ist eine Prämie fällig, die wie im Beispiel Potash im niedrigen zweistelligen Prozentbereich liegen kann.
Doch es ist auch weitaus mehr drin. Beim Kauf der Berliner Biotechfirma Jerini etwa hat der britische Pharmakonzern
Shire 2008 einen Aufschlag von fast 200 Prozent geboten. Auch bei
Geneart,
Marbert und
Utimaco Safeware - drei Deals der jüngsten Vergangenheit - konnten Anleger gut verdienen.
In den Boomjahren 2004 bis 2008 kam es am deutschen Aktienmarkt beinahe im Wochentakt zu lukrativen Übernahmeofferten.
Laut einer Analyse der internationalen Rechtsanwaltssozietät Morgan Lewis erreichten die durchschnittlichen Prämien im Jahr 2008 mit mehr als 40 Prozent ihren Höchststand. 2009 waren es durchschnittlich immerhin noch gut 29 Prozent. Bei rund drei Vierteln aller Offerten zwischen 2002 bis 2009 traten als Käufer Gesellschaften aus der gleichen Branche auf: "Der deutsche Übernahmemarkt ist vornehmlich ein Spielfeld der Strategen und damit weniger vom Investitionsverhalten der Private-Equity-Gesellschaften abhängig", konstatieren die Experten der Unternehmensberatung Blättchen & Partner. Die M&A-Tätigkeit gipfelte im Jahr 2007 bei 47 angekündigten Deals mit einem Volumen von 39,3 Mrd. Euro (siehe Grafik links). Seitdem geht es bergab: "Die Finanzmarktkrise hat die bereits 2008 abnehmende Aktivität bei Unternehmensübernahmen 2009 nochmals deutlich reduziert", so Morgan Lewis. Allein zwischen 2007 und 2009 sank die Zahl der öffentlich angekündigten Deals von 47 auf 15. Gleichzeitig brach das Transaktionsvolumen von 39,3 auf 1,1 Mrd. Euro ein.































