29.04.2010
Ein Ende der niedrigen Anlagezinsen bei Tagesgeld, Festgeldern und Sparbriefen kommt frühestens im Winter.
Ein Ende der niedrigen Anlagezinsen bei Tagesgeld, Festgeldern und Sparbriefen kommt frühestens im Winter.
Foto: Getty
Investor-Artikel

Tagesgeld

Faire Verführer

von Markus Hinterberger

Wenn die Zinsen auf breiter Front sinken, haben Lockvogelangebote Hochsaison. Doch es gibt auch hochverzinste Offerten, die wenige oder gar keine Haken haben.

Die Masche mit dem Sternchen lebt. Während die Politik bei der Anlageberatung die Banken mit Beratungsprotokollen und Produktinformationsblättern zu mehr Transparenz verdonnern will, müssen Sparer weiter genau hinschauen. Die Masche mit dem Sternchen lebt. Und so ist sich Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sicher: „Daran wird sich auch auf absehbare Zeit nichts ändern“.

Das Capital-Partnermagazin "Börse Online" hat gemeinsam mit dem Internetverbraucherportal biallo.de die fairsten Tagesgeldangebote herausgefiltert. Ausgezeichnet werden Banken, deren Zinsangebote in den vergangenen zwölf Monaten besonders wenige oder am besten sogar keine Einschränkungen hatten – und solche Geldinstitute, die auch im aktuellen Zinstief ihre Konditionen nur moderat senkten und Anlegern damit eine hohe Zinssicherheit bieten.

Ganz ohne Fußnoten: Die Oyak Anker Bank

In der ersten Kategorie, der Bank mit dem „fairsten Tagesgeld“, siegt die Oyak Anker Bank. Das deutsche Institut mit türkischem Mutterkonzern - früher firmierte das Institut als Allgemeine Teilzahlungsbank mit Sitz in Koblenz - bietet keinerlei Einschränkungen: Es gibt keine Mindest- oder Höchstanlagebeträge, keine zeitlichen Begrenzungen und keine unterschiedlichen Offerten für Neu- und Altkunden. Und als Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) sind die Einlagen pro Kunde mit mehr als 15 Millionen Euro gesichert. Aktuell bietet die Oyak Anker Bank aufs Tagesgeld 1,75 Prozent. Damit zählt sie zwar nicht mehr zu den besten fünf Anbietern, liegt aber noch weit über dem Durchschnitt von knapp über 1,1 Prozent. Mit einem ähnlich transparenten Angebot wartet die Norisbank auf. Die Deutsche-Bank-Tochter bietet aber gerade mal 1,25 Prozent, was Sparern angesichts einer Inflationsrate von 1,1 Prozent wenig Freude bereiten dürfte.

Ein Ende der niedrigen Anlagezinsen bei Tagesgeld, Festgeldern und Sparbriefen kommt frühestens im Winter, darin sind sich Zinsexperten wie Horst Biallo von biallo.de oder Max Herbst von der FMH Finanzberatung einig. Die Banken hierzulande richten ihre Angebote nach dem Leitzins der Europäischen Zentralbank. „Momentan gibt es für die Zentralbanker noch keinen Grund, den Leitzins anzuheben, denn die Wirtschaft ist noch zu schwach“, sagt Herbst . Doch so richtig freuen können sich die Sparer dann auch nicht: Beide erwarten gegen Ende des Jahres steigende Inflationsraten. Wer im Zinstief auf Tagesgeld setzt, muss beweglich sein, weiß Biallo. Wem das zu mühsam ist, der kommt bei den Top-Platzierten in der Kategorie „langfristig hohe Zinsen“ auf seine Kosten.

Langfristig hohe Zinsen: ING-Diba und Bank of Scotland

Die Sieger: ING-Diba und Bank of Scotland. Neukunden und Bestandskunden, die neues Geld anzulegen haben, bekommen bei der ING-Diba aktuell zwei Prozent Zinsen im Jahr. Momentan läuft die Zinsbindung noch bis Ende August. Der Zins für Bestandskunden liegt seit einem Jahr bei 1,5 Prozent, was damals schwach aber heute ganz passabel ist. Und im Unterschied zur Bank of Scotland bietet die ING-Diba eine millionenschwere Einlagensicherung über den BdB.

Die Bank of Scotland unterliegt der Sicherung des Vereinigten Königreichs von derzeit 50 000 britischen Pfund, umgerechnet etwa 55 000 Euro. Die Schotten, die zur Lloyds Banking Group und nicht etwa zur Royal Bank of Scotland gehören, haben vor einem Jahr noch satte 3,8 Prozent Zinsen geboten, sie aber im Vergleich zu anderen moderat gesenkt und sind heute noch mit guten 2,1 Prozent unter den Spitzenanbietern.

Aktuelle Tagesgeld-Spitzenkonditionen finden Sie  hier.

Aktuelle Festgeld-Spitzenkonditionen finden Sie  hier.


Quelle: boerseonline
© 2010 capital.de

Was die Leser sagen

Andrea Huber
30.04.2010 | 16:06
Diba-Bestandskunden erhalten nur 1,5% auf's Tagesgeld

Die Aussage "Bestandskunden, die neues Geld anzulegen haben, bekommen bei der ING-Diba aktuell zwei Prozent Zinsen im Jahr" ist nicht korrekt. Es gab zwar bei der Diba immer wieder einmal solche Angebote, aber aktuell ist auf der Internet-Seite der Diba davon nichts zu sehen. Bestandskunden erhalten also weierhin nur 1,5 Prozent auf ihre Tagesgeld.

(Kommentare 1-1 von 1)

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Quelle: FMH-Finanzberatung
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