Eine weitere Zinssenkung schloss EZB-Chef Jean Claude-Trichet nicht aus.
Eine weitere Zinssenkung schloss EZB-Chef Jean Claude-Trichet nicht aus.
Foto: ddp

Tages- und Festgeld

Vorsicht vor dem Zinssinkflug

von Dennis Kremer

Die Zinssätze für Tages- und Festgeld kannten lange Zeit nur eine Richtung: Nach oben. Das könnte sich demnächst ändern. Doch noch können Sparer dem bevorstehenden Sinkflug entgegensteuern.

Erfahrene Marktbeobachter kennen das Spiel seit Jahren. Wenn Jean-Claude Trichet, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), eine Senkung des Leitzinses für den Euro-Raum andeutet, heißt das auch für Sparer: Sie müssen mit einem Rückgang der Zinsen für ihre Spareinlagen rechnen. Trichet hatte unlängst gesagt, dass die Inflationsgefahr in der Euro-Zone zurückgegangen sei – ein deutliches Signal für ein weiteres Absenken des Leitzinses, den die Notenbank bereits Anfang Oktober auf 3,75 Prozent zurückstufte. Fällt der Leitzins, können sich die Banken zu günstigeren Sätzen Geld von der Notenbank leihen. "In der Regel zahlen die Institute dann auch den Sparern weniger", sagt Sigrid Herbst von der unabhängigen Frankfurter Finanzberatung FMH. Wer sich langfristig die derzeit hohen Zinssätze für seine Spargelder sichern wolle, sollte darum über die Einrichtung eines Festgeldkontos nachdenken.

Denn das hat gegenüber einer Tagesgeldanlage einen entscheidenden Vorteil: Für die Dauer der Laufzeit steht der Zinssatz fest. Bei Tagesgeld hingegen können die Banken die Verzinsung in der Regel jeden Tag ändern. Doch auch beim Festgeld gilt: Das höchste Angebot ist nicht immer das beste. Das mussten zuletzt vor allem die deutschen Kunden der isländischen Kaupthing Bank leidvoll erfahren, die ihr Geld dort zu Top-Konditionen anlegten, aber nun schon seit Anfang Oktober nicht mehr an ihr Erspartes kommen. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte darum sein Geld nur einer Bank anvertrauen, die dem deutschen Einlagensicherungsfonds angehört: Nur für solche Institute gilt die Garantie, die Bundeskanzlerin Angela Merkel für private Spareinlagen ausgesprochen hat.

Für den Zeitraum von zwölf Monaten bieten derzeit sowohl die Deutsche Bank als auch die Dresdner Bank sehr gute 5,25 Prozent Zinsen – bei der Deutschen Bank müssen Sparer mindestens 2500 Euro neu anlegen, bei der Dresdner Bank beträgt die Mindestanlagesumme sogar nur 1000 Euro. 5,25 Prozent erhalten Sparer auch bei der SEB, sofern sie mindestens 2500 Euro an frischem Geld einzahlen. Die Santander Consumer Bank legt noch ein wenig drauf und bietet für denselben Zeitraum 5,35 Prozent bei einer Mindestanlage von 2500 Euro. Doch auch wenn alle genannten Institute dem deutschen Einlagensicherungsfonds angehören, sollten Sparer eines nicht vergessen: Wer auf Festgeld setzt, kommt während der Laufzeit nicht an sein Geld heran. Darum sagt FMH-Expertin Herbst: "Auf ein Festgeldkonto gehört nur Geld, das der Kunde eine Zeit lang entbehren kann."

Tages- und Festgeldzinsentwicklung in den vergangenen 12 Monaten:

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Baugeld (10 Jahre fest)2,80%2,53-4,90%
Tagesgeld (5.000 Euro)1,44%0,17-3,00%
Festgeld (12 Monate)1,51%0,50-3,00%
Sparbriefe (4 Jahre)1,66%0,45-3,25%
Girokonto (Dispo)11,03%5,50-13,81%
Ratenkredite (36 Monate)6,82%4,33-11,99%
Quelle: FMH-Finanzberatung
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