Wer sich ein Eis von Häagen-Dasz auf der Zunge zergehen lässt und dabei an Skandinavien denkt, fällt auf einen uralten Trick herein. Denn die weltbekannte Marke hat nicht das Geringste mit Nordeuropa zu tun. Der wahre Ursprung von Häagen-Dasz liegt in New York. Ein Pole namens Reuben Mattus dachte sich den Namen aus, druckte ihn ab 1961 auf Eisbecher und gestaltete das Firmenlogo wie eine Landkarte von Dänemark - fertig war das Edelimage.
Skandinavien genießt einen guten Ruf, auch bei Anlegern. Das zeigt schon ein Vergleich der MSCI-Indizes: Während die Nordbörsen in den vergangenen fünf Jahren inklusive Dividenden ein Plus von 29 Prozent verbuchten, kamen Gesamteuropa und der Weltaktienindex MSCI World nur auf vier bis fünf Prozent. "Wer 2010 in Nordic-Fonds investiert hat, hat weltweit mit die beste Performance bekommen", sagt Martin Nilsson, Fondsmanager bei Nordea. Die Aktienmärkte Schweden, Norwegen, Finnland und Dänemark haben im vergangenen Jahr sogar viele Schwellenländerbörsen abgehängt. "Skandinavische Unternehmen sind in den globalen Wachstumsregionen und -sektoren bestens aufgestellt", sagt Karl Högtun, Fondsmanager bei DnB Nor Asset Management. "Zugleich sind die nordischen Märkte in ihrer Gesamtheit gut diversifiziert. Das wird den dortigen Börsen weiteren Auftrieb geben", ist er überzeugt.
Die gesamte Region kommt laut Nordea auf eine Marktkapitalisierung von rund 800 Mrd. Euro mit ungefähr 800 Unternehmen. Schweden ist mit einem Anteil von 40 Prozent der dominierende Markt. Auf die anderen drei Länder entfallen jeweils rund 20 Prozent. Entsprechend gewichtet sind auch die Länderanteile in den meisten Nordic-Fonds.
Die Industrieländervereinigung OECD erwartet, dass die schwedische Wirtschaft im laufenden Jahr um 3,9 Prozent wachsen wird. Das sind zwar zwei Prozentpunkte weniger als 2010. Dennoch liegt Schweden damit im europäischen Vergleich immer noch ganz weit vorn. "Das Land ist eine Insel des Wohlstands in höchst unsicheren Gewässern", sagt OECD-Generalsekretär Angel Gurría.
In der Finanzkrise hatten Investoren noch das Schlimmste befürchtet: Vom Hoch 2007 bis zum Tief 2009 verloren die skandinavischen Börsen fast zwei Drittel an Wert, deutlich mehr als der MSCI World. Dank solider Staatsfinanzen, eines starken Exports in Schwellenländer und konsequenter Geldpolitik haben die Nordländer die Krise aber vergleichsweise gut überstanden. Vom Tief im März 2009 haben die Börsen mehr als 120 Prozent zugelegt, der MSCI World dagegen nicht mal 80 Prozent.






















