Weltweit gab es sogar Emissionen von umgerechnet knapp 110 Milliarden Euro. Laut Bloomberg-Daten ging damit in der vergangenen Woche der aktivste Juli seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1999 zu Ende.
Bereits im Vorjahr hatten Investoren und Emittenten die sonst traditionelle Sommerpause weitgehend ausgelassen. Die Entwicklung in diesem Jahr aber ist umso überraschender, da es seit Jahresbeginn immer mal wieder Phasen gegeben hatte, in denen Bondplatzierungen kaum oder nur schwer möglich gewesen waren. Hintergrund waren vor allem die Sorgen um verschuldete Staaten der Euro-Zone. Besonders Unternehmen und Banken aus den betroffenen Ländern wie Griechenland, Spanien und Portugal saßen monatelang auf dem Trockenen.
Ende Juli hat sich aber auch hier die Lage wieder etwas entspannt - zumindest für die Finanzinstitute. So konnten in der vergangenen Woche etwa die beiden spanischen Großbanken BBVA und Santander sowie die spanische Bankinter frische Mittel von insgesamt mehr als 3 Milliarden Euro aufnehmen. Die Mittelaufnahme hat derzeit jedoch ihren Preis: Im Durchschnitt betrug die Risikoprämie bei spanischen Bankanleihen 333 Basispunkte - das sind 62 Prozent mehr als noch Anfang April, so Daten von Bloomberg.
Für Firmen aus diesen Ländern ist die Situation am Kapitalmarkt dagegen weiterhin schwierig. So gab es im Juli etwa aus Spanien oder Portugal kaum Unternehmensemissionen. Ein Näherungswert für die höheren Refinanzierungskosten sind die Preise für Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps, CDS). Diese sind für Unternehmen aus den Euro-Peripherieländern im Mittelwert immer noch um 100 Basispunkte teurer als solche für Firmen aus Kerneuropa, so Berechnungen der Kreditanalyse der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).
Was den Gesamtmarkt betrifft, spiegelt sich die gestiegene Risikofreude der Investoren auch in den gesunkenen Aufschlägen (Spreads) auf verschiedene Arten von Anleihen wider. Laut Daten von Merrill Lynch und des Analysehauses Creditsights sanken die Risikoaufschläge (Asset-Swap-Spreads) für europäische Unternehmen bester Bonität im Monat Juli um 19 auf 140 Basispunkte. Vor einem Jahr hatte dieser Wert allerdings etwas niedriger bei 135 Basispunkten gelegen.
Sogar die Risikoprämien auf Unternehmensanleihen mit minderer Kreditwürdigkeit (Ramschbonds), die wegen ihrer hohen Verzinsung auch als High Yield eingestuft und bezeichnet werden, entspannten sich. Auf Monatssicht sanken die Spreads um 84 auf 570 Basispunkte. Auch gegenüber dem Vorjahr konnten solche Papiere profitieren: So war dieser Wert 48 Basispunkte geringer als vor einem Jahr.































