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02.09.2010
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Sechs Experten beantworten fünf Fragen zum Zinsmarkt
Sechs Experten beantworten fünf Fragen zum Zinsmarkt
Foto: Getty
Investor-Artikel

Renditen auf Rekordtief

Wie es am Zinsmarkt weitergeht

von Heinz-Roger Dohms, Christian Kirchner, Mareike Scheffer

Sind die rekordniedrigen Anleiherenditen gerechtfertigt, Vorboten einer Rezession oder gar Zeichen einer Blase? Sechs Experten beziehen Stellung – und geben ihre Prognose ab, wie es am Zinsmarkt weitergeht.

Sehen wir an den Anleihemärkten angesichts von nur 2,1 Prozent Rendite für zehnjährige Bundesanleihen eine Blase?

Peter Huber Das, was wir am Anleihemarkt sehen, ist definitiv eine Blase. Da fließt eine Masse von Geld ungezügelt in eine Anlageklasse. Doch wo die Masse hinrennt, da wird es keine Rendite mehr geben.

Thomas Meißner Eine Blase im Bondmarkt ist naturgemäß schwer zu diagnostizieren. Aber ich glaube, dass die momentanen Kurse am europäischen Anleihemarkt insgesamt gerechtfertig sind.

Harald Preißler Die Renditen sind extrem tief, eine Blase sehe ich aber nicht. Die hohe Nachfrage institutioneller Investoren ist sicherlich nicht das Ergebnis einer Goldgräberstimmung, sondern eher das regulatorischer Zwänge.

Rüdiger Kerth Eine Blase nicht, wohl aber eine Übertreibung. Wir rechnen für 2010 in der Euro-Zone mit je 1,4 Prozent Wirtschaftswachstum und Inflation – damit müssten die Renditen eigentlich eher bei knapp drei Prozent stehen.

Joachim Fels Ich glaube schon. Das derzeitige Niveau wäre nur gerechtfertigt, wenn auf lange Sicht die Wirtschaft stagniert, Zinsen und Inflation niedrig bleiben und die Staatsdefizite sinken. Das ist insgesamt wenig wahrscheinlich.

David Schnautz Von einer Blase kann unserer Ansicht nach keine Rede sein. Wir haben bereits seit geraumer Zeit die Einschätzung eines Umfelds strukturell niedriger Renditen für Anleihen des Bunds und der Kern-Euro-Zone vertreten.


Was die Leser sagen

Benedikt-Gruppe
05.09.2010 | 08:45
Nachschlag zum Thema Industrieanleihen Rückzahlung oder Tilgung

Wenn grössere Firmen die Zinsen für Anleihen nicht mehr zahlen
können, kann es sehr bald zu einem Komplettausfall kommen. Hier
sind die Banken, Fond`s und Versicherungen meistens in einer
besseren Position gegenüber Privatanlegern. Bei Bankrott oder
Konkurs von Unternehmen die Annleihen ausgegeben haben, springt
bei den Banken die diese Anleihen besitzen, die Kreditausfall-
versicherung ein. Bei Kleinanlegern, die bei den insolventen
Unternehmen ihr Geld angelegt haben, sind die Ersparnisse zum
Großteil weg. Besteht hier bei den deutschen Banken noch ein
Nachholbedarf bezüglich Absicherung von Unternehmensanleihen
für Privatanleger? Deutsche Banken haben bisher eine Vorreiter-
rolle bei Neuerungen gespielt?

Benedikt-Gruppe
04.09.2010 | 21:23
Niedrige Zinsen bleiben, was ist mit der Sicherheit von Anleihen?

In einer Wirtschaftszeitung las ich eine Frage eines Anlegers.
Dieser hatte Anleihen der insolventen General Motors gekauft.
Der Anleger fragte:"wie ist es mit der Rückzahlung dieser
alten Anleihen?" Die Antwort, sie bekommen momentan nichts?
Dem Anleger wurde zur Antwort gegeben, es handele sich jetzt
um eine neue Gesellschaft. Die Privatanleger können sich leider
nicht gegen solche Ausfälle versichern. Ein böses Spiel auf
Kosten der Kleinanleger. Vielleicht sollen die Anleger jetzt
der neuen Firma Geld leihen. Das neue Insolvenzrecht sollte
Folgen beim Verleihen von Geld haben?

(Kommentare 1-2 von 2)

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 Quelle: vwd netsolutions GmbH
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Quelle: FMH-Finanzberatung
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