11.08.2010
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Tückische Trojaner: Verbraucher können die Manipulationen kaum erkennen
Tückische Trojaner: Verbraucher können die Manipulationen kaum erkennen
Foto: Getty
Investor-Artikel

Neue Masche

Betrugsboom beim Onlinebanking

von Karsten Röbisch

Alles wandert ins Internet ab - auch Kriminelle. 26 Millionen Einwohner Deutschlands nutzen das weltweite Netz für ihre Finanztransaktionen. Die Risiken steigen trotz stärkerer Sicherheitsvorkehrungen. Das BKA warnt vor neuen Computerviren.

In Deutschland nehmen die Betrugsfälle im Zusammenhang mit Onlinebanking drastisch zu. Bei den Polizeibehörden der Länder gehen derzeit verstärkt Anzeigen von betroffenen Verbrauchern ein. So verzeichnete das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) für das erste Halbjahr 2010 eine Verdopplung der sogenannten Phishing-Attacken. Mit 770 gemeldeten Fällen in Bayern liegt die Zahl bereits jetzt über der des Vorjahrs, als 736 Anzeigen eingingen.

Anfälliges System

"Wir haben schon jetzt die Zahlen des Vorjahrs erreicht", sagte auch ein Sprecher des Berliner LKA. Damals wurden rund 500 Fälle registriert. Die Tendenz sei stark steigend, bestätigten auf FTD-Anfrage ebenfalls die Sprecher des Hessischen und des Baden-Württembergischen LKA, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Der Trend zeigt, wie anfällig Onlinebanking trotz stärkerer Sicherheitsvorkehrungen weiter ist. In Deutschland wickeln rund 26 Millionen Menschen ihre Finanzgeschäfte über das Internet ab.

Nachdem die Betrugsfälle 2008 deutlich zurückgegangen waren, hatte es bereits im Vorjahr einen starken Anstieg von Phishing-Attacken gegeben. Laut Bundeskriminalamt (BKA) wurden bundesweit 2923 Angriffe gemeldet - 64 Prozent mehr als 2008. Der durchschnittliche Schaden betrug jeweils rund 4000 Euro.

Eine Sprecherin des Zentralen Kreditausschusses (ZKA) - der Dachorganisation der deutschen Bankenverbände - sagte, man habe keine Informationen über ansteigende Schadensmeldungen. Dennoch hatte der ZKA erst in der Vorwoche auf seiner Internetseite Sicherheitshinweise veröffentlicht, die Bankkunden helfen sollen, Betrügereien zu vermeiden.

Raffinierte Spähsoftware

Der Rückgang 2008 lag vor allem an der Einführung des sogenannten iTan-Verfahrens. Mit Tans, die Kunden von der Bank erhalten, muss jede elektronische Überweisung bestätigt werden. Sie dienen quasi als Unterschrift und sind nach Gebrauch ungültig. Im iTan-System können Bankkunden die Nummer nicht mehr frei wählen, sondern müssen eine vorgegebene Ziffer angeben.

Doch selbst dieses System ist inzwischen nicht mehr sicher. Früher versuchten Kriminelle, mit gefälschten E-Mails den Eindruck zu erwecken, es handle sich um offizielle Anschreiben der Banken - um in den Besitz der Tans zu gelangen. Heute gehen sie raffinierter vor und greifen die Daten direkt beim Aufrufen der Bankadresse im Internet ab.

Dazu nutzen sie sogenannte Trojaner: Diese Programme installieren sich unbemerkt auf dem Rechner. Das BKA und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hatten kürzlich vor einer Software gewarnt, die sich derzeit rasant im Web ausbreitet. Rufen Betroffene ihr Bankportal auf, wird zwar die richtige Internetadresse angezeigt, die Inhalte sind aber manipuliert. Kriminelle versuchen so, Kreditkartendaten oder Tans auszuspähen.


Was die Leser sagen

Anmerker
18.02.2011 | 17:44
Sicherheit beim Onlinebanking

Wurde bisher von den Banken immer wieder gebetsmühlenartig die Sicherheit von Onlinebanking betont,haben nun die Hacker hochgerüstet.Nun kommen die Trojaner ins Spiel,die die PCs der
Nutzer ausspionieren.Von wegen sicheres Onlinebanking!

(Kommentare 1-1 von 1)

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