2009 wurde sie von der Financial Times und der Weltbanktochter IFC zur "Sustainable Bank of the Year" gekürt. Während die Noa Bank ein Neustarter ist, gibt es die Triodos Bank bereits seit 1980. Sie hat mittlerweile nach eigenen Angaben rund 200.000 Kunden in Europa. Zum Vergleich: Die etablierten Nachhaltigkeitsbanken in Deutschland kommen nach Analyse der Bankberatungsgesellschaft zeb derzeit nur etwa auf die gleiche Kundenanzahl.
Hinter dem Namen Triodos verbirgt sich der griechische Ausdruck "tri hodos",auf gut deutsch "Drei Wege". "Wir verbinden damit die drei Bereiche von Nachhaltigkeit, also Mensch, Umwelt und Profit", so Sprecherin Stefanie Ehrhardt. Mit Niederlassungen in den Niederlanden, Belgien, Großbritannien, Spanien und neuerdings Deutschland und einem Geschäftsvolumen von rund 4 Milliarden Euro sieht sich die Triodos Bank selbst als Europas führende Nachhaltigkeitsbank.
Kein Lockvogel-Angebot zum Start
Zum Marktstart in Deutschland bietet sie hierzulande neben Sparplänen mit diversen Laufzeiten ein Tagesgeldkonto an. Es verzinst sich derzeit mit eher mittelmäßigen 1,5 Prozent p.a., die quartalsweise gut geschrieben werden. Die Rendite beträgt somit 1,51 Prozent. Ein Lockvogel, um schnell viele Kunden zu gewinnen, ist das nicht. Haken und Ösen weist das Tagesgeldkonto nicht auf: Den Zinssatz gibt es ab dem ersten Euro, es gibt weder Mindest- noch Maximalanlagesummen. Die Kontoführung ist kostenlos. Man benötigt ein Referenzkonto bei einer anderen Bank.
Anleger, denen es wichtig ist, dass ihr Geld für die Kreditvergabe an nachhaltig orientierte Institutionen verwendet wird, können sich auf der Homepage der Bank über wichtige Kreditnehmer informieren. Auf Dauer möchte die Bank hier alle Kreditnehmer veröffentlichen.
Einlagen bis 100.000 Euro abgesichert
Das Institut unterliegt dem niederländischen Einlagensicherungssystem. Demnach sind pro Kunde derzeit 100.000 abgesichert. Die Bank beabsichtigt aber, dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken beizutreten, um eine höhere Absicherung anbieten zu können.
Die Bank finanziert ausschließlich Unternehmen, Institutionen und Projekte, "die einen ökologischen, sozialen oder kulturellen Mehrwert schaffen". Sie kommen in der Regel aus den Bereichen Ernährung, Bildung und Sozialwirtschaft sowie Gesundheitspflege, Kunst und Kreativwirtschaft, Handel und Herstellung (Non-Food) sowie aus der Umwelttechnik. Unternehmen, die etwa in den Bereichen Kernenergie, Glücksspiel, Pornografie, Gentechnik aktiv sind, werden nicht finanziert.
Nachhaltigkeitsbanken liegen im Trend
Das Segment der ethisch-ökologischen Banken mit seinem an sozialer, ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit ausgerichteten Geschäftsmodell hat nach Analyse der Beratungsgesellschaft zeb insbesondere seit der Finanzmarktkrise länderübergreifend stark an Akzeptanz gewonnen. Im Verlauf der Finanzkrise konnten die so genannten "Social Banks" ihre Bilanzsumme binnen eines Jahres teilweise um mehr als 30 Prozent steigern. Ein wichtiger Grund für den Bedeutungszuwachs liegt laut zeb darin, dass herkömmliche Banken in der Finanzkrise einiges an Verbrauchervertrauen verloren haben.
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