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10.10.2011
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Schanghai
Schanghai
Foto: Getty

Krisenangst

China eilt seinen Banken zu Hilfe

Der Einbruch der Aktienkurse löst auch in Peking Unruhe aus: Wie 2008 stockt der Staat seine Anteile an den größten Geldhäusern des Landes auf. In Europa wird noch über Hilfen für die Branche gestritten.

Angesichts der Turbulenzen auf den Finanzmärkten pumpt China Staatsgeld in seine Banken. Die staatliche Beteiligungsgesellschaft Central Hujin Investment kaufte am Montag erstmals seit dem Krisenjahr 2009 im großen Stil Bankaktien. Sie habe ihre Anteile an den vier größten Geldhäusern des Landes aufgestockt, teilte die Gesellschaft nach Börsenschluss auf ihrer Website mit. Hujin ist ein Arm des 400 Mrd. Dollar schweren Staatsfonds China Investment Corp (CIC).

Die Aktienkäufe machen deutlich, dass Peking eine Ausweitung des Euro-Schuldendramas zu einer weltweiten Finanzkrise befürchtet. Zuletzt hatte die Regierung nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008 den Kauf von Bankaktien angekündigt. Der chinesische Branchenindex MSCI China Financials ist seit Jahresbeginn um 36 Prozent gefallen.

Anders als die hoch verschuldeten Länder der Euro-Zone, die noch um Wege zur Stabilisierung der Finanzbranche ringen, verfügt der Exportweltmeister China dank seiner üppigen Devisenreserve über reichlich Mittel zur Stützung der Banken. Am Montag erwarb Hujin allein 39,1 Millionen Aktien der Agricultural Bank of China und 14,6 Millionen Papiere der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC). Die Anteile der staatlichen Gesellschaft an den beiden Instituten lag danach zunächst weitgehend unverändert bei 40 Prozent beziehungsweise 35 Prozent. Nach Angaben der Banken plant Hujin aber weitere Zukäufe.

Daneben deckte sich der Staatsfonds-Ableger auch mit Titeln der China Construction Bank (CCB) und der Bank of China ein. Bei der CCB ist Hujin mit einem Anteil von knapp 60 Prozent schon lange Mehrheitsaktionär.


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