Empfehlen Als E-Mail verschicken Facebook Twitter XING Drucken
18.08.2010
Seite  1 | 2

Anleger sollten auf Ertragskraft, Finanzausstattung, Branchenrisiken und die Struktur der Schuldpapiere achten
Anleger sollten auf Ertragskraft, Finanzausstattung, Branchenrisiken und die Struktur der Schuldpapiere achten
Foto: Getty
Investor-Artikel

Junkbonds

Geld machen mit Ramsch

von Marco Engemann, Mareike Scheffer

Konzerne mit relativ schlechter Bonität zahlen für Anleihen hohe Zinsen. Die Zahl der Neulinge unter den Junk-Firmen - Fallen Angels genannt - ist gewachsen. Doch nicht immer sind die Papiere so schlecht wie ihr Ruf.

Vielen Investoren scheint der Aktienmarkt wegen der Konjunkturrisiken derzeit zu unsicher. Ganz ohne Risiken kommen sie aber nicht aus, wenn sie mehr als die mageren Erträge am Rentenmarkt haben wollen. Also greifen sie beherzt zu Unternehmensanleihen mit einem Rating unterhalb von "Investmentgrade". Seit Jahresanfang wurden weltweit rund 170 Mrd. Dollar (132 Mrd. Euro) Anleihen minderer Bonität platziert.

Dass die Nachfrage nach den Ramschanleihen so groß ist, verwundert nicht. Staatsanleihen werfen nur geringe Renditen ab - bei zehnjährigen deutschen Bundesanleihen beträgt sie nur knapp 2,4 Prozent. Ramschanleihen sind deutlich rentabler. Laut Axel Potthof, Fondsmanager bei Allianz Global Investors (AGI), liegt der Risikoaufschlag gegenüber Staatsanleihen bei vier bis 4,5 Prozentpunkten - und damit über dem historischen Durchschnitt.

Doch Ramsch ist nicht gleich Ramsch. Als bessere Schuldner gelten vor allem die Konzerne, die erst seit Kurzem zu der Kategorie gehören - oder kurz davorstehen. Von den sogenannten Fallen Angels gibt es mehr denn je: Wegen der Konjunkturschwäche sind viele Unternehmen in den Ramschstatus gerutscht, andere stehen auf der Kippe. Die Lufthansa etwa wird von der Ratingagentur Moody's bereits als Ramsch bewertet, bei S&P ist sie noch besser eingestuft. Beim französischen Zementhersteller Lafarge und bei ThyssenKrupp sieht es ähnlich aus. Die Autobauer Renault und Peugeot sind schon Ramsch, wenn auch erst seit Kurzem. Deutsche Firmen wie Continental, Heidelberg Cement und Fresenius gehören ebenfalls dazu.

Alles bekannte Unternehmen, bei denen eine Pleite kaum vorstellbar ist. Doch ein großer Name allein schützt nicht davor. "Das statistische Ausfallrisiko der Fallen Angels ist im ersten Jahr nach Herabstufung aufgrund einer Verschlechterung der Konditionen deutlich höher als das Risiko ständig dort bewerteter Unternehmen", sagt Peter Schuld, Manager eines Deka-Fonds für Hochzinsanleihen. Potthof von AGI achtet deshalb vor allem auf die Ertragskraft. Sie sei das wichtigste Kriterium bei der Auswahl eines Unternehmens aus dem Ramschbereich. "Die Kontinuität der Geschäftsentwicklung ist ebenfalls ein entscheidender Faktor", so der Fondsmanager.

Die Anfrage resultiert keine Daten
Die Anfrage resultiert keine Daten

Im Ramsch die Perlen zu finden ist nicht leicht. Neben der Ertragskraft, der Finanzausstattung und den Branchenrisiken gilt es auch, auf die Struktur der Schuldpapiere zu achten. "Je mehr Klauseln in der Dokumentation dem Anleger Sicherheit geben sollen, desto intensiver sollte man sich das Investment auch anschauen", rät Markus Steilen von der Commerzbank. Was sich paradox anhört, ergibt durchaus Sinn. Denn ein Konzern muss meist dann mit komplizierten Kreditklauseln um das Vertrauen der Investoren werben, wenn er in einer schwierigen Situation steckt - also etwa chronisch überschuldet ist. Dann besteht ein hohes Risiko weiterer Abwertungen, was mit Kursverlusten verbunden wäre.


Schreiben Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel


Ihre Meinung

Ihr Name
Ihre Email-Adresse (wird nicht veröffentl.)
Betreff
Ihr Kommentar



 
Capital - Suche
 
Marktinformationen

DAXTecDAXDowNAS
Chart
DAX TopsDiff %
Commerzban
ThyssenKru
Deutsche B
Flops
Infineon
adidas
Fresenius
DAX 6.748,76-0,08%
TecDAX 773,61+1,29%
MDAX 10.316,35+0,10%
DOW 12.883,95+0,04%
NASDAQ 2.545,72+0,54%
EUR/US 1,3283+0,23%
GOLD 1.746,00+1,28%
 Quelle: vwd netsolutions GmbH
Alle Zinsen auf einen Blick
Wo Sie günstig finanzieren können und welche Anbieter Sparern die höchsten Renditen bieten.
ProduktMittel-
wert
Spanne
Baugeld (10 Jahre fest)3,03%2,68-4,90%
Tagesgeld (5.000 Euro)1,72%0,22-3,00%
Festgeld (12 Monate)1,79%0,75-3,16%
Sparbriefe (4 Jahre)1,89%0,56-3,50%
Girokonto (Dispo)11,24%5,50-14,50%
Ratenkredite (36 Monate)6,96%4,70-11,61%
Quelle: FMH-Finanzberatung
Wohn- und Ferienimmobilien-Kompass
PartnerangebotImmobilien suchen in ...
Wohnquartier Report
Suche

Professionelle Bewertung der Wohnumgebung von Immobilien.

PLZ
Ort
Straße, Nr.