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23.06.2011
 CAPITAL-SERIE Interview der Woche

Die Macher der Finanzszene stellen sich den Fragen der capital.de-Redaktion


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Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer
Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer
Foto: Bernhard Huber
Investor-Artikel

Interview mit Herbert Hainer

"Hecht im Karpfenteich"

von Tobias Schorr

Trotz eines Streubesitzes von annähernd 100 Prozent sieht sich Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer keiner Übernahmegefahr ausgesetzt. Im Gegenteil: Täglich werden ihm Firmen zum Kauf angeboten

Großer Umbau bei Adidas: Bis zu 1400 Mitarbeiter ziehen in das neue Gebäude Laces (Englisch für Schnürsenkel), das auf dem Campus der Zentrale in Herzogenaurach steht. Kurz vor der Einweihung wirkt Herbert Hainer beim Interview mit BÖRSE ONLINE jedoch alles andere als gestresst. Bester Laune spricht er über kommende Großereignisse, die Dividendenpolitik, Wachstumschancen und die weitere Strategie von Deutschlands größtem Sportartikelkonzern.

Herr Hainer, immer noch spielt der Frauenfußball in Deutschland kaum eine Rolle. Obwohl der DFB mittlerweile mehr als eine Million weibliche Mitglieder hat. Woran liegt das?

Herbert Hainer: Das Problem ist, dass in Deutschland die Stadien zu den Bundesligaspielen nur spärlich besetzt sind und zu wenig über Frauenfußball berichtet wird. Dagegen sind die Spiele des Nationalteams gut besucht. Das sieht man auch an den Vorverkaufszahlen zur Weltmeisterschaft. Die WM wird den Frauenfußball weiter nach vorn bringen.

Bei Adidas ist der Anteil an den Werbeausgaben für den Damenfußball marginal. Wie viel Geld geben Sie denn für die Nationalmannschaft aus?

Herbert Hainer: Das kann ich nicht eindeutig beziffern. Wir haben einen fixen Betrag, den wir dem Deutschen Fußball-Bund überweisen. Darin enthalten ist auch das Budget für die Frauen.

Könnten Sie sich vorstellen, das aufzustocken, wenn die WM richtig einschlägt?

Herbert Hainer: Wir unterstützen neben den DFB-Frauen bereits Topvereine wie den FFC Frankfurt, Bayern München oder den HSV. Gewinnt der Frauenfußball weiter an Bedeutung, wäre das sicherlich eine Überlegung.

Mit Olympia 2012 und der Fußballeuropameisterschaft der Männer stehen im kommenden Jahr wieder wahre Großereignisse an. In Großbritannien wollen Sie bis zum Jahr 2015 den Marktführer Nike überholen. Wie wichtig sind diese Veranstaltungen?

Herbert Hainer: Natürlich haben diese Ereignisse für uns eine hohe Bedeutung. Doch gibt es mittlerweile so viele Großveranstaltungen, dass der Fokus auf ein Mega-Event wie Olympia nicht mehr allein entscheidend ist. Ich komme gerade von den French Open, einem der wichtigsten Tennisturniere, zurück. Das Basketball- NBA-Finale ist von enormem Interesse. Das Football-Finale Super Bowl ist für uns ebenso wichtig, da Reebok dort Hauptsponsor ist. Sport findet heute 365 Tage im Jahr ein weltweites Publikum.


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